Heute ist Sonntag. In wahrsten Sinne. Denn ich mache mir heute einen durch und durch faulen Tag. Diesen wieder einmal sonnigen Tag werde ich nur in Coverack verbringen. Dabei habe ich soviel Zeit, dass ich gar nicht weiß wie ich diese rumkriegen soll. Fangen wir erstmal an mit dem Frühstück. Herausgezögert auf 8 Uhr 30 frühstücke ich langsam und genüsslich draußen im Garten. Danach packe ich Buch, Bikini und Handtuch ein, schlendere raus aus Coverack zur nächsten Bucht. Der einsame Strand begrüßt mich ruhig. Am Ufer spazierend, nehme ich mir die Zeit und beobachte wie die Wellen das türkisfarbene Wasser zurück in die Bucht treiben. So lange bis die Wellen dermaßen stark werden, dass ich mich hoch auf einen Fels retten muss. Dort oben angekommen, breite ich mein Handtuch aus und sonne mich in meinem neuen Bikini. Und dabei ist es erst Ende Mai in Großbritannien!

Gegen 12 Uhr treibt mich der Hunger zurück ins Hostel. Dort ziehe ich mich um, packe das neue Buch ein und schlendere runter zum Hafen.

Dort stärke ich mich erstmal mit einem der köstlichen Sandwiches aus Archie´s Loft, mit denen ich gestern schon geliebäugelt habe. Während ich mein Sandwich auf der Bank genieße, muss ich darüber nachdenken wie groß die Spanne doch zwischen den Sandwiches sein kann. Preislich lagen die Sandwiches, die ich auf meine Tour bisher gegessen habe, meist bei 3,50 £. Doch die Qualität lässt sich nicht auf einen Nenner bringen. Von Pfui-Frechheit in Cadgwith bis göttlich-köstlich in Penzance. Dieses Sandwich von Archie´s Loft ist ebenfalls ein Glücksgriff, auch wenn ich immer noch Hunger habe. Bei einem Streifzug durch das Städtchen und der Suche nach Nahrung, entdecke ich in der Nähe von Archie´s Loft ebenfalls an der Hauptstraße gelegen, das alte Cottage „Elizabeths“ mit einem sehr einladenden Text auf der Tafel: Homemade Apple Pie with clotted Cream. Ich kann nicht widerstehen. Kaum entschieden, sitze ich schon im Vordergarten des Cottages und werde von der freundlichen Omi bedient. Schnell kommen wir auch schon in einen Schwatz und tauschen uns ohne Hemmnisse aus. Angefangen vom Wetter, dem sehr warmen Mai, dem sehr harten Winter, über ihren wunderschönen Vordergarten bis hin zu den „Black Birds“, die sie jeden Tag zur selben Zeit füttert. Während wir so schwatzen, ertappe ich mich bei dem Gedanken für wie offen, interessiert und weltgewandt ich diese Omi empfinde. Habe ich doch mit mehr Vorurteilen und Abneigung den Deutschen gegenüber gerechnet. Ganz anders in diesem Moment, lösen sich meine Vorurteile auf und werden zu einem warmen, herzlichen Gefühl der Freundschaft.

Den restlichen Tag verbringe ich mit Krimi lesen am Blumenhügel, einem Mittagsschläfchen im Hostel und einem Kaffee im Hafen. Erst um 19 Uhr gibt es wieder Essen im Hostel und somit auch Gesellschaft. Für den Moment fühle ich mich etwas einsam, habe das Verlangen nach Kommunikation und Austausch. Das alleinige da sitzen, lesen und faulenzen entspannt zwar, wühlt mich aber gleichzeitig auf. Das Tempo des Weges ist in mir drin und will (noch) keine Ruhe geben. Mit der Gewissheit, dass ich morgen wieder weiterlaufen werde, kehrt wenigstens etwas Ruhe in die Gedanken ein.

Alle Bilder dieser Tour habe ich außerdem hier zusammengestellt:
Fotoalbum „Coverack“ bei flickr (10 Bilder)

 

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