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Nachhaltig reisen: CO2 kompensieren mit atmosfair

CO2 kompensieren mit atmosfair

Nachhaltig reisen, wie kann das gehen? Die Anreise ist rein ökologisch betrachtet immer noch die größte Belastung für die Umwelt, so heißt es in dem kürzlich erschienenen Artikel „Wohin sollen wir reisen?“ bei ZEIT online. Aber auch weitere Faktoren wie Respekt vor anderen Kulturen, Ressourcen schonen und Reduktion von Businesstrips machen das reisen nachhaltig. Verantwortung tragen ist dabei ein Schlüsselwort. Dieses Jahr war ich – zu meiner großen Freude – einige Male mit Landlinien unterwegs, auf Pressereise in Graubünden, wandern in Irland und Belgien sowie surfen in Holland. Nicht immer konnte ich mir dabei die Anreise selber aussuchen oder habe schlichtweg die bequemere Variante gewählt. Was zukünftige Reisen angeht, so kann ich bereits jetzt bei der Planung auf umweltfreundliche Kriterien achten; was die Vergangenheit angeht, so kann ich zumindest das verbrauchte CO2 meiner Flugreisen bei atmosfair ausgleichen.

Was steckt hinter atmosfair?

Die Idee zu atmosfair entstand bereits 2003 in Form einer Gemeinschaftsinitiative zwischen dem Verband forum anders reisen und der Umweltorganisation Germanwatch. Von Anfang an stand eine klare Vision im Vordergrund: die zunehmende Belastung des Weltklimas durch den rasch wachsenden Flugverkehr effektiv und ganzheitlich eindämmen. Dies kann aus Sicht von atmosfair nur funktionieren, wenn jeder sich beteiligt, sprich Fluggesellschaften und Reiseveranstaltern aber auch der einzelne Flugpassagier. Diese zu informieren und ihnen eine alternative Handlungsmöglichkeit zu bieten, ist die Idee von atmosfair. Seitdem ist atmosfair als unabhängige und gemeinnützige Klimaschutzorganisation mit Fokus auf nachhaltiges Reisen aktiv.

CO2 kompensieren mit atmosfair

Wie funktioniert atmosfair? © Bild: atmosfair

 

Kooperation mit Unternehmen weltweit

In den letzten 10 Jahren hat sich atmosfair für den Klimaschutz stark gemacht und verschiedene Projekte umgesetzt, die regelmäßig von unabhängigen UN-Prüfern kontrolliert und vom Clean Development Mechanism (CDM) zugelassen werden. Atmosfair kooperiert weltweit mit Partnern aus der Reiseindustrie, von Fluggesellschaften über Reiseveranstalter bis Verbände und Reiseführer. Unternehmen mit einem hohen Aufkommen an Geschäftsreisen unterstützt atmosfair wiederum mit CO2-Bilanzierung der Reisen oder individuellen Maßnahmen um CO2 und gleichzeitig Kosten zu sparen.

Mein CO2 Ausgleich

Aber auch jeder Einzelne von uns kann sich beim Klimaschutz beteiligen und CO2 ausgleichen. Ich starte den Selbsttest! Auf der Website von atmosfair kann man unter der Rubrik „kompensieren“ eine Kategorie auswählen. In meinem Fall entscheide ich mich für „Meinen Flug kompensieren“, da ich meine gesamten Flüge diesen Jahres ausgleichen möchte. Bei 2mal Schweiz und 1mal Irland mit dem Flugzeug kommt schon was zusammen: insgesamt 900 kg CO2. Damit stoße ich fast an die Grenze des Pro-Kopf-Verbrauches in Indien, liege aber deutlich unter der Hälfte des klimaverträglichen Jahresbudgets eines Menschen weltweit. Wohl bemerkt, dass ich hier noch keine Autofahrt, Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln oder andere Verursacher einberechnet habe.

CO2 kompensieren mit atmosfair

Mein CO2 Verbrauch der Flugreisen im Jahr 2014

An dieser Stelle kann ich mich entscheiden ob ich den gesamten Emissionsverbrauch oder nur ein Teil davon ausgleichen möchte. Ich entscheide mich für 100% und bekomme eines der Klimaschutzprojekte von atmosfair empfohlen. Dann geht alles ganz einfach, ähnlich wie einer Bestellung im Onlineshop. Für meine getätigte Kompensation werde ich dann noch ein Zertifikat und eine Spendenbescheinigung per E-Mail erhalten. Also: super einfach und sinnvoll gespendet!

In Zukunft mehr vermeiden als erzeugen

CO2 kompensieren mit atmosfair

Statistik „Fliegen und Klima in Zahlen“ © Bild: atmosfair

Natürlich wird die Kompensation von CO2 das bereits existierende und wachsende Klimaproblem nicht lösen, aber es ist eine Maßnahme um überhaupt zu reagieren und ein noch stärkeres Bewusstsein dafür in der Öffentlichkeit zu erzeugen. Aus meiner Sicht wäre es ein großer Erfolg, wenn der Ausgleich von Flugreisen und CO2 Verbrauch mit atmosfair zur Gewohnheit jedes Einzelnen würde. Das viel tiefgreifendere Problem ist allerdings der Ursprung des Emissionsverbrauchs, den wir als Privatperson, Unternehmen und Gesellschaft selbst verantworten. Daher sollten wir uns immer wieder überprüfen und fragen: wo erzeuge ich eigentlich CO2? Kann ich zum Beispiel auf ein Auto verzichten, auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen oder Car-Sharing nutzen? Könnte eine Videokonferenz das Businessmeeting ablösen? Und muss ich für eine Strecke von unter 700 Kilometern wirklich ins Flugzeug steigen? Der erste Schritt für kollektiven Wandel fängt oft mit der Veränderung bei sich selbst an.

Tipp für bewusstes Reisen

subvoyage – ein Blog über das bewusste ReisenWie kann ich meine Reisen nachhaltig gestalten ohne verzichten zu müssen? Wie Erleb­nisse bewusster erfahren? Im Blog meines Büros für bewusste Markenkommunikation, in dem ich neben Landlinien hauptberuflich aktiv bin, stellt Julia Recker (Studentin und Bloggerin aus Köln) ihren Blog subvoyage zu dem Thema vor. In Kürze wird sie auch hier bei Landlinen über nachhaltigen Tourismus schreiben.

1 Kommentar

  1. Pingback: Nachhaltiger Tourismus auf der ITB | daklue

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