Rollertour zum Doi Inthanon
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Hoch hinaus zum Doi Inthanon

Mit dem Roller zum höchsten Punkt Thailands

Wenn man Bilder zu Chiang Mai googelt, bekommt man meistens Aufnahmen der Napapon Phumsiri Chedi angezeigt, die 1992 zum 60. Geburtstag von Königin Sirikit durch die „glorreiche thailändische Armee mit der Hilfe des thailändischen Volkes“ errichtet wurde. Diese und eine weitere Chedi, die 1987 ebenfalls zum 60. Geburtstag des verstorbenen Königs Bhumibol Adulyadej errichtet wurde, steht allerdings nicht in Chiang Mai City, sondern etwa 100 Kilometer entfernt auf dem Doi Inthanon, dem mit 2565 Metern höchsten Berg Thailands.

Hoch hinaus zum Doi Inthanon

Auf zwei Rädern in die Berge

Da wir keine organisierte Tour dorthin unternehmen wollen, mieten wir uns einen Roller (inspiriert und ermutigt durch den Bericht von Love&Compass und unaufschiebbar.de) und machen uns um 8.30 Uhr in der Frühe selbst auf den Weg. Zunächst führt uns der Weg aus der verkehrsreichen Stadt über die Schnellstraße 108 hinaus, bis wir nach etwa 50 Kilometern etwas zu früh auf die Straße 1013 abbiegen, was sich im Nachhinein als sehr lohnenswerter Umweg heraus stellt. Dieser Weg führt uns mitten durch die Talebene, vorbei an Reis- und Maisfeldern, wie auch Blumen- und Erdbeerplantagen. Auch der berühmte Chiang-Mai-Kaffee wird hier angebaut. Eine ganz neue Landschaft offenbart sich uns im Vergleich zum tropenreichen Süden Thailands. Je weiter wir in die Berge hinein fahren, umso kühler wird es. Gut, dass wir in weiser Voraussicht Jacken eingepackt haben, denn auf dem Roller wird es dann doch recht frisch.

Ein Umweg wird zur Attraktion

Nach etwa einer Stunde bemerken wir bei einer Pause im wunderschönen The Maewin Coffee Rider unseren Fehler und beschließen, diesen Weg weiter zu fahren, denn er ist wesentlich schöner und spektakulärer als der eigentlich geplante Weg, wie uns der Besitzer des Cafés verrät. Außerdem ist es noch sehr früh, und wir haben noch bis zum Sonnenuntergang Zeit. Unterwegs kommen wir an einigen Elefantencamps vorbei und sehen unter anderem, wie die Thais mit den majestätischen Tieren im Fluss baden. Es geht teilweise steil bergauf und bergab, durch enge Kurven und an landwirtschaftlichen Plantagen und einigen Bergdörfern vorbei. Zwischendurch halten wir immer wieder kurz an und genießen die sagenhafte Aussicht in die Täler.

Nach insgesamt etwa 3 Stunden Fahrt erreichen wir das kleine Örtchen Ban Khung Klang, wo wir den Roller neu betanken und uns bei einer Rast im King of Noodle mit einer leckeren Nudelsuppe stärken. Unser Tipp: tankt den Roller hier nochmals auf, auch wenn er noch halb voll ist, denn auf dem letzten Streckenabschnitt hoch zum Berg gibt es keine Tankstellen mehr. Ab hier biegen wir dann auf die 1009, auf der wir eigentlich hätten fahren müssen, wenn wir uns nicht den Umweg erlaubt hätten, und kurz darauf befindet sich auch die Einfahrt in den Doi Inthanon Nationalpark.

Rauf auf den Berg

Der Eintritt in den Nationalpark kostet 300 Baht pro Person plus 20 Baht für den Roller, die wir am Eingang entrichten. Die Eintrittskarten sollte man aufheben, da man mit diesen auch weitere Bereiche des Nationalparks betreten darf, wie zum Beispiel den Mae Klang Wasserfall. Von hier aus fahren wir noch etwa 12 Kilometer weiter immer stramm bergauf, bis wir die beiden Chedis Phramahathat Napamathanidol und Phramahathat Napaphol Bhumisiri erreichen, die sich noch etwa 200 Meter unter dem Gipfel des Doi Inthanon in einem wunderschön angelegtem Blumenpark befinden. Für die Chedis ist nochmals ein Eintritt von 40 Baht pro Person zu entrichten. Um zu den beiden Chedis zu gelangen, muss man zunächst etwa 200 Meter eine steile Straße und dann jeweils über Treppen zu den jeweiligen Anhöhen laufen, oder man nutzt statt der Stufen die Rolltreppen. Von hier oben hat man einen einmaligen Ausblick ins Tal und über die weite Berglandschaft. In unmittelbarer Nähe befindet sich noch der Kew Mae Pan Naturlehrpfad, den wir aus zeitlichen Gründen aber auslassen.

Zum höchsten Punkt des Berges sind es nochmal knapp 6 Kilometer weiter die kurvige Straße hinauf. Hier befinden sich neben ein paar kleinen touristischen Einrichtungen ein Militärstützpunkt und ein Observatorium. Ein digitales Thermometer zeigt 19° Celsius an. Der Gipfel des Doi Intahnon dürfte somit neben den 7-Elevens nicht nur der höchste, sondern auch der kälteste Ort Thailands sein.

Da es bereits Nachmittag ist, verweilen wir nur kurz auf dem Dach Thailands und machen uns auf den Rückweg nach Chiang Mai. Unterwegs stoppen wir noch im Bergdorf Mae Klang Luang, da wir hier noch ein Elefantencamp besichtigen möchten, welches wir aber leider nicht finden. Weitere Stopps legen wir an einem Erdbeerstand und den beiden Wasserfällen Sirithan Waterfall und Mae Klang Waterfall ein, in dem wir uns kurz abkühlen, denn je weiter wir den Berg hinab fahren, umso heißer wird es auch wieder. Der Fahrtwind fühlt sich an, als bekommt man einen Fön ins Gesicht gehalten. Es ist vermutlich der heißeste Tag unserer ganzen Reise.

Unser Fazit: Der Weg ist das Ziel

Nach insgesamt etwa 230 Kilometern Rollertour erreichen wir pünktlich zur Dämmerung wieder unser Hotel. Wir sind ziemlich erledigt und unsere Hintern schmerzen sogar noch am nächsten Tag. Auch wenn die Fahrt gerade zum Schluss recht anstrengend war, können wir nur jedem empfehlen, die Tour inklusive „Umweg“ auf eigene Faust mit dem Roller zu unternehmen, denn der Weg und die Natur sind atemberaubend schön, und nur so kann man immer wieder anhalten, wann und wo man möchte.

Mae Klang Waterfall

Unsere Tipps auf einen Blick

 

  1. Mit dem Roller: Die Tour zum Doi Inthanon ist gut auf eigene Faust mit dem Roller machbar. Die Strassen bis dort hin sind asphaltiert, ohne wirklich gefährliche Schlaglöcher und mäßig befahren.
  2. Früh los: Es lohnt sich früh am Morgen aufzubrechen, um A) der Mittagshitze und B) dem Verkehr zu entgehen.
  3. Strecke über die 1013: Für uns hat sich der etwas längere (Um)weg über die 1013 gelohnt, statt einfach nur der Hauptstrasse 1009 zu folgen. Hier erlebt ihr die Kornkammer Chiang Mais hautnah und seid größtenteils alleine unterwegs.
  4. Tanken nicht vergessen: Bevor ihr in den Nationalpark Doi Inthanon fahrt, sicherheitshalber nochmal tanken (z.B. in Ban Khung Klang).
  5. Warm einpacken: Oben auf dem Berg wird es frisch! Also, Jacke und Schal einpacken.
  6. Bester Aussichtspunkt: Die beste Aussicht über die Berge hat man ironischerweise nicht vom höchsten Punkt aus, sondern vorher z.B. bei den beiden Chedis. Der offiziell höchste Punkt Thailands liegt geschützt im Wald, ohne wirkliche Fernsicht.
  7. Zeit für Pause: Haltet immer mal wieder an, macht den Roller aus und legt eine Pause ein. Die schönsten Augenblicke sind die, die man bewusst wahrgenommen hast.
  8. Frische Erdbeeren kosten: Wenn ihr dran vorbei kommt und die Möglichkeit habt, nehmt Euch ein Paket frisch geerntete Erdbeeren mit. Darum werden Euch sogar die Thais im Süden beneiden.

Thailand hat es Nick Reiter besonders angetan. Bereits sechsmal in Folge bereiste er dieses Land in den letzten 7 Jahren. Auf der Suche nach besonderen Abenteuern kommt er auf seinen Reisen schnell mit Einheimischen in Kontakt und mag es Kultur und Kulinarik abseits vom Touristenstrom zu erleben. Neben Landlinien gilt Nicks zweite Leidenschaft dem Kochen, am Liebsten asiatisch.

2 Kommentare zu “Hoch hinaus zum Doi Inthanon

  1. Hallo ihr Zwei! :)

    Danke für eure Verlinkung! Freut uns, dass wir euch dazu ermutigt und inspiriert haben. :)

    Könntet ihr nur unseren hinteren Teil des Namens anpassen? Love & Compass. Das wäre super lieb von euch.

    Weiterhin eine schöne Zeit auf Reisen.

    Liebe Grüße,

    Sara

  2. Oh ja klar, ist angepasst! Da hat sich die automatische Rechtschreibkorrektur eingeschlichen :-) Noch mal vielen Dank für Eure Tipps und alles Gutes für unterwegs, Danni

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