Khao Soi – Eine Spezialität aus Chiang Mai
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Khao Soi – Eine Spezialität aus Chiang Mai

Eine besonders würzige und kräftige Suppe

Sie heißen Pho, Ramen, Tom Yum, Canh Chua, Suimono oder Miso Shiru. Es gibt sie mit Nudeln, mit Reis, scharf, sauer, salzig, klar, cremig, warm oder kalt und sie werden zu jeder Tageszeit gegessen. Ob am Straßenstand frisch zubereitet oder instant aus dem Plastikbecher. Ist Suppe in unseren Gefilden meist eher eine Vorspeise, gilt sie in Asien als vollwertiges und Kraft spendendes Hauptgericht. Die Vielfalt asiatischer Suppen ist nahezu unendlich.

Suppen haben in der asiatischen Küche eine jahrtausende alte Tradition und gehören zu den wichtigsten Gerichten überhaupt. Die unzähligen Rezepte haben sich durch die Migration der Völker überregional verbreitet und ständig weiterentwickelt. Durch die jeweilige Verfügbarkeit an Zutaten in den unterschiedlichen Regionen gibt es von jedem Rezept wiederum eine Vielzahl an Variationen. Es gibt demnach zum Beispiel in Thailand auch kein „Originalrezept“ für eine Tom Kha Gai, da auch jeder Koch sein eigenes Zubereitungsgeheimnis hütet.

Die richtigen Werkzeuge

Gegessen wird Suppe in Asien je nachdem mit Löffel und Stäbchen. Die Stäbchen werden für Nudelsuppen benutzt, um die Nudeln und die festen Bestandteile aus der Suppe zu fischen. Die Brühe wird dann entweder mit dem Löffel gegessen oder wie aus einer Tasse getrunken. In China beispielsweise wird erwartet, dass man die Flüssigkeit laut schlürft, da sich nur so der volle Geschmack intensiv entfalten kann.

Liebe auf den ersten Biss: Khao Soi

Eine Suppe, die es mir seit meinem ersten Besuch im nordthailändischen Chiang Mai ganz besonders angetan hat, ist die Khao Soi. Wenn ich in der Stadt bin, muss ich sie jeden Tag mindestens einmal, manchmal sogar zweimal, essen. In Chiang Mai wird diese schmackhafte Suppe, die ursprünglich wahrscheinlich aus Burma stammt, an jeder Straßenecke für wenige Baht angeboten. Es gibt hier sogar jedes Jahr einen Wettbewerb, in dem die beste Khao Soi gekürt wird.

Was ist drin?

Die wichtigsten Zutaten sind Curry, Kokosmilch, Hühnchenfleisch und frische Eiernudeln, von denen ein Teil frittiert als Topping auf die Suppe gelegt wird. Dazu wird auf einem extra Teller sauer eingelegter Kohl, Schalotten und ein Stück Limette gereicht. Dadurch wird die Khao Soi scharf, säuerlich, würzig, cremig, knusprig und reichhaltig.

Selber machen

Als leidenschaftlicher Hobbykoch ist es vollkommen klar, dass ich die Khao Soi zu Hause nachkoche. Das Internet hält hierfür einige Rezepte bereit, die sich alle ein wenig voneinander unterscheiden. Ich starte meinen ersten Versuch mit einem Rezept, dass ich aus dem Kochbuch der Thai Secret Cooking School habe, in der wir vor gut einem Jahr an einem Kochkurs teilgenommen haben.

Und so geht´s!

Zutaten für die Khao Soi:
  • 3 Pfund Biohühnchen (Schenkel oder Flügel)
  • 3 TL rote Curry Paste (selber machen oder fertige Paste aus dem Asialaden)
  • 500g frische Eiernudeln
  • 2 EL neutrales Öl
  • 3 Tassen Kokosmilch
  • 1 TL Currypulver
  • 1 Kardamonkapsel
  • 1,5 Tassen Hühnerbrühe oder Wasser
  • 1 TL Palmzucker
  • Fischsosse zum Würzen
  • 1 Limette
  • sauer eingelegter Kohl
  • 1-2 Schalotten
  • Öl zum Frittieren der Nudeln
Zubereitung der Khao Soi:
  1. Die Hälfte der Eiernudeln in siedendem Wasser al dente kochen und zur Seite stellen.
  2. Die andere Hälfte der Nudeln im Wok frittieren, bis sie golden braun sind. Vorsicht: Zwischen dem optimalen Bräunungsgrad und verbrannten Nudeln liegen nur wenige Sekunden.
  3. Die rote Currypaste mit Öl im Wok leicht anrösten, bis aromatischer Duft aufsteigt. Dann langsam eine Tasse Kokosmilch hinzufügen und bei niedriger Hitze für 1-2 Minuten köcheln.
  4. Hühnchen hinzugeben und unter Rühren kochen, bis es von außen gar ist. Kardamon, Currypulver, den Rest der Kokosmilch und die Hühnerbrühe hinzugeben und zum Kochen bringen.
  5. Für 5-7 Minuten das Fleisch gar kochen und immer wieder umrühren.
  6. Mit Palmzucker und Fischsoße abschmecken je nach individuellem Geschmack.
  7. Die gekochten Nudeln in eine vorgewärmte Schale geben und mit der Khao Soi übergießen. Dann die frittierten Nudeln als Topping oben drauf geben. Wer mag, kann noch frischen Koriander dazugeben.
  8. Servieren mit sauer eingelegtem Kohl, geschnittener Schalotte und einer halben Limette auf einem separaten Teller.

Aroj mak mak! Guten Appetit!

Thailand hat es Nick Reiter besonders angetan. Bereits sechsmal in Folge bereiste er dieses Land in den letzten 7 Jahren. Auf der Suche nach besonderen Abenteuern kommt er auf seinen Reisen schnell mit Einheimischen in Kontakt und mag es Kultur und Kulinarik abseits vom Touristenstrom zu erleben. Neben Landlinien gilt Nicks zweite Leidenschaft dem Kochen, am Liebsten asiatisch.

3 Kommentare zu “Khao Soi – Eine Spezialität aus Chiang Mai

  1. Ich hab weder Curry Pulver irgend wo in einer Thailändischen Küche gesehen, noch in einem Thailändischem Rezept gefunden.

  2. Auch wenn ich Curry Pulver nicht kenne in der Thailändischen küche, musse ich Feststellen das es bei diesem Gericht dabei ist. Das Gericht scheint seinen Ursprung in Myanmar zu haben.

  3. Beim oben erwähnten Currypulver handelt es ich in Tat und Wahrheit um Kurkuma. Pulver oder frische Wurzeln die man der Paste beigibt. Einige verwenden bei Khao soi rote und gelbe Currypaste gemisch. Die gelbe enthält schon Kurkuma und Kardamo

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