Nach 138 Kilometer in 14 Tagen, kreisen meine Gedanken zurück auf den Coast Path, als ich mich Richtung Heimat bewege. Was ist das Besondere dieses Weges gewesen? Was war so anders zwischen dem Weg immer gerade aus und dem Weg im Kreis? Welche Gedanken begleiten mich, als ich über den Wolken nach Hause fliege?

Bei allen bisherigen Touren habe ich immer etwas hinter mir gelassen. In jedem Ort, den erreicht habe, in dem ich über Nacht blieb, wurde mir klar, dass ich ihn am nächsten Tag wieder verlassen würde. Das lies mich diesen Ort und die Zeit dort intensiver erleben. Das Verlassen eines Ortes, hat auch etwas mit „Ballast da lassen“ zu tun. Die ganze Kraft, die Schmerzen, die Überwindung, die Gedanken, die sich während des Tages auf dem Weg zu dem Ort angesammelt haben, wurden nun einfach dort entleert, entsorgt, vergessen, vergeben. Mit dem hinter-sich-lassen folgte auch ein letzter Blick zurück. Erstaunt über die Entfernung, das was ich Schritt für Schritt geschafft habe. Die Erinnerung wird geboren.

Gleichzeitig geht der Blick nach vorn, zu dem nächsten Ziel. Meist ist es noch gar nicht sichtbar. Doch die Zweifel es nicht schaffen und sich keine Pause gönnen zu können sind groß. Jedes Mal von neu. Und dann, jeden Nachmittag wenn das Ziel erreicht wurde, bin ich fast überrascht vom Gegenteil, dass ich es eben doch schaffe. Erstaunlich ist auch, dass ich die Orte an denen ich blieb, für eine Rast oder eine Nacht, gar nie negativ wahrgenommen habe. Alles an diesem Ort, in diesem Moment war so kostbar, gerade deshalb weil ich wusste, dass ich nicht mehr zurückkehren würde. So lebte ich alles intensiver, speicherte das Erlebte schon im Jetzt.

Ganz anders sind die Gedanken bei der Rundtour in meinem Kopf gewesen. Sie sind immer in der Zukunft. Wie viel Zeit habe ich noch? Wann kommt der nächste Bus? Könnte ich den Anschluss verpassen? Muss ich schneller oder doch langsamer laufen? Die Abhängigkeit von äußeren Faktoren durchdringt scheinbar jede Zelle in mir. Im Vergleich zu der Etappe eines langen Weges, gibt es  hier ein Muss: das Ankommen. Doch landet man am Ende doch wieder da wo man angefangen hat.

Als ich so zurückblicke, über den Wolken, weit weg von den irdischen Gesetzen, merke ich, dass man oft erst Abstand zu etwas haben muss, um es zu erkennen. Die Reise auf dem Coast Path wird erst jetzt greifbar für mich. Wenn ich eins daraus mitnehme, ist es die Kunst den Moment mit allen Sinnen zu 100 Prozent genießen zu können. Ohne Pläne, ohne Zukunft, ohne Rückblick, ohne Vergangenheit, ohne Bewertung und ohne Vergleich. Einfach im hier und jetzt zu sein. Glücklich.

Meine Etappen auf den South West Coast Path

Insgesamt 138 Kilometer in 14 Tagen von St. Ives bis nach Falmouth. Beide Orte liegen in Cornwall und sind bequem von London aus mit dem Bus zu erreichen.

St. IvesTag 02 – Die cornische Riviera: St. Ives

Ankunft und ein Tag in St. Ives
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Zennor - an der KüsteTag 03 – Mit einem Schritt fängt alles an

St. Ives – Zennor (11 km, 4 Stunden)
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Geevor Tin MineTag 04 – Wie am Set von “Lost”

Zennor – St. Just (18 km, 8 Stunden)
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wunderschöne Aussichten auf dem Coast Path Richtung PorthcurnoTag 05 – Die Definition von Luxus

St. Just – Porthcurno (19 km, 8 Stunden)
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ein Fischerboot in der Penberth CoveTag 06 – Momentmal(e)

Porthcurno – Penzance (18,5 km, 9 Stunden)
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PenzanceTag 07 – Asphalt unter den Füßen

Ein Tag in Penzance
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Im Hafen von MullionTag 08 – Mit der Zeit kommt die Ruhe

Porthleven – Mullion (11,5 km, 4 Stunden)
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Keynance CoveTag 09 – Türkisblaue Wellen

Lizard – Kynance Cove – Lizard (6 km, 3 Stunden)
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von Lizard nach CoverackTag 10 – Auf dem Hügel alter Zeiten

Lizard – Coverack (17 km, 6 Stunden)
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CoverackTag 11 – Im Faulpelzmantel

Ein Tag in Coverack
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Coverack – HelfordTag 12 – Ausgezeichnet schön

Coverack – Helford (21 km, 6 Stunden)
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Helford PassageTag 13 – Sandstrand trifft Bordstein

Helford – Falmouth (16 km, 5 Stunden)
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Trebah GardenTag 14 – Die letzen Tage in Falmouth

Drei Tage in Falmouth
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11 Kommentare zu “Rückblick auf den Coast Path

  1. Moin liebe … (?) nach Düsseldorf(?)!
    Deinen Vornamen habe ich leider nicht gefunden, aber dass Du in D residierst? Dann habe ich ein schönes Bild für Dich vom „Kabüffje mit Killepitsch“ aus „Dengmert-Kopenhagen 2013“. Wenn Du die Dame in schwarz, links, siehst, sag ihr bitte einen schönen Gruß von mir. Sie macht ab und zu dort Dienst. So.
    Ich laufe im Sommer 3 Wochen ein gutes Stück vom SWCP und bin auf Deinen sehr ambitionierten stimmungsgeladenen Blog gestoßen. In Deiner Webseite steckt sooo viel Arbeit; Danke!
    Wenn Du vom SWCP eine (mehrere?) KARTE/N hast, gern auch verkritzelt mit Quartierangaben usw., würde ich sie „für nix“ (umsonst) oder zum SDchnäppchenpreis gegen Vorkadssde abnehmen. Eine Zumutung? Nein, finde ich nicht. Naturen wie wir beide streben immer zu neuen Ufern. So habe ich z. B. den nicht mehr verfügbaren Führer vom GOETHEWEEG MÜNCHEN – VENEDIG, Bruckmann-Verlag, und auch meine zusammengeschnippelte Kartensammlung, 3 lfdm, vom MAXIMILIANSWEG für nix abgegeben, den Maxi- an eine Frau aus Australien. Der „Goetheweg“ kam nach 1 Jahr, ohne Kommentar, Tel.-Nr. oder @, wieder zurück, der Maxi- nicht mehr.
    So oder so wünsche ich Dir weiterhin viel Spass auf allen Deinen großen Touren und immer eine gesunde Heimkehr mit geraden Knochen!
    Herzlichen Gruß aus ‚em Saarländche!
    Hans Abel

  2. Moin liebe Daniela nach D/D (?) oder irgendwo auf dem Globus!
    Inzwischen bin ich wieder zuhause. Mein SWCP, also ich, lief 14 Tage von PLYMOUTH bis NEWQUAY. Dort stellte sich der im TV angesagte längere Regen beim Frühstück ein und nahm mir die Lust, bis BUDE, wie beabsichtigt, zu laufen. Bis Oktober evtl. wird mein Bericht in meiner www-Seite sein.
    Ich wünsche Dir weiterhin Glück auf Deinen vielen Wegen, schöne Erlebnisse, Treffs mit netten Menschen (die leider immer viel zu kurz sind on tour, ähm – die Treffs, nicht die Menschen) und die Muse, hinterher oder währenddessen sooo schöne Berichte mit Bildern ins Netz zu setzen, wo sich andere dran hochziehen können, statt zuhause mit der Fernbedienung zu spielen, die Mutti zu ärgern und über die Politik (oder derzeit Löw) zu meckern.
    Liebe Grüße aus ‚em Saarländche!
    (Wander-) Hans

  3. (Tippfehlerkorrektur bei „Website) Sorry!

  4. Hallo lieber Hans,

    wow, dann hast Du in 14 Tagen den gesamten südlichsten Zipfel Großbritanniens umrundet? Respekt!

    Auch wenn Du bei Newquay ausgestiegen bist, hast Du auf jeden Fall die Perlen des South West Coast Path erkundet. Was waren den Deine Lieblingsorte? Und was Deine beste Strecke? Bin jetzt schon gespannt auf Deinen Bericht und Deine Bilder!

    Auch wenn ich gerade mal vor einer Woche aus der Schweiz wieder gekommen bin, freue ich mich jetzt schon auf meine nächste Tour. Das puristische Reisen durch die Natur, die ungewöhnlichen Begegnungen mit Menschen, das „leer werden“ im Kopf… danach kann man ganz schon süchtig werden. :-)

    In diesem Sinne: auch Dir weiter frohes Reisen, und sag mal bescheid wenn Dein Bericht fertig ist. Wenn Du Lust hast kannst Du auch sehr sehr gerne einen Gastartikel bei Landlinien über die Highlights Deiner Tour schreiben. Sag mal bescheid, gerne direkt per Mail an mich (info@landlinien.de)

    Liebe Grüße aus Kölle,
    Daniela

  5. Hallo liebe Globetrotterin Daniela!
    “ … Die beste Strecke“: das waren alle, keine war langweilig.
    * Generell ist der Path im Süden stärker verbuscht und nicht so gut gepflegt.
    * Die Seitwärtsschilder zu naheliegenden Orten sind blöderweise, Pardon!, mit „Public footpath“ beschriftet, also „öffentlicher Pfad“. Da wäre ich sonst nie draufgekomen :-) Richtig wäre z. B. „(to) Porthcurno“, nahe Minack Theatre.
    * Dagegen sind im Nordteil einige stark frequentierte Dünenabschnitte bei den Badestränden verspurt wie ein Schnittmusterbogen, wo einige Pfähle sinnvoll wären. Eher selten findet man welche.
    – – –
    Als Gitarrenwanderer habe ich, ohne drum zu locken, eine Fährfahrt ab Falmouth, eine Portion Spaghetti und diverse Biere eingespielt.
    – – –
    Gastartikel: wie sieht sowas aus, kann ich dabei auf meine, reich bebilderte, Wanderwebseite verweisen?
    LG aus ‚em Saarländche und weiterhin Glück auf Deinen vielen (!) Wegen!
    (Wander-) Hans

  6. Huhu Globetrotter Hans,

    das klingt ganz so als seist Du sehr aufmerksam und bewusst gewandert. Gut zu wissen, dass an der ein oder anderen Stelle noch Verbesserungsbedarf besteht. Hast Du mal überlegt das der „South West Coast Path Association“ zu schicken? Die freuen sich bestimmt über Deine Hinweise. Schau mal hier der Kontakt dahin: http://www.southwestcoastpath.com/support-us/friends-of-swcp/

    Und das mit der Gitarre muss ich mir mal merken! Wenn ich bis zum nächsten Mal wandern besser Fidele spiele als bisher, packe ich diese auch auf jeden Fall ein :-)

    Wegen dem Gastartikel meld ich mich gleich mal via E-Mail bei Dir. Ich würd mich freuen wenn Du Lust hättest bei Landlinien darüber zu berichten!

    Liebe Grüße aus Köln
    Danni

  7. Pingback: Lübeck: im Norden der Republik | Landlinien Outdoor-Reiseblog

  8. Constanze

    Hallo liebe Daniela,

    ich wollte nur mal „Danke“ schreiben. Ich bin im September den SWCP von St.Ives bis zum St. Michaels Mount gelaufen und dein Blog war für mich eine super Inspiration und eine Art Vorgabe für mich als blutiger Anfänger. Ich bin zuvor noch nie!!! wandern gewesen und hatte schon mächtig Respekt davor, eine Strecke von 84km ganz ganz alleine zu laufen,so ohne Vorübung,mit Gepäck auf dem Rücken…ok, ich bin nicht gerade unsportlich,aber trotzdem…jedenfalls hat`s mich umgehauen! Ich war und bin immernoch so überwältigt von der Landschaft, der Natur,dem allein sein, dem Laufen..was das alles mit einem macht…wahnsinn. So plane ich nun meinen nächsten Trip nach Schottland in die Highlands,diesmal werden es dann schon 154km, es kribbelt schon mächtig in meinen Füßen..
    Also nochmal lieben Dank!
    Liebe Grüße aus Berlin
    Constanze

  9. Liebe Constanze,

    Dein ist das schönste Kommentar, das ich seit langem bekommen hab. Es erfüllt mich mit großer Freude, dass Landlinien Dir den Anstoß zu dieser Reise gegeben hat und – on Top – Deine Erwartungen auch erfüllt wurden. Deine Euphorie kann ich sehr sehr gut nachvollziehen. Auch ich war damals alleine auf dem SWCP unterwegs und irre stolz am Ende, was ich geschafft hab. Gerade weil es auch anstrengende Momente und herausfordernde Etappen gab. Und wie Du merkst: das macht süchtig! 3 Jahre später war ich noch mal alleine auf dem Wicklow Way wandern, was mich wieder umgehauen hat. Aber auch in Köln, im Alltag, ziehe ich gerne am Wochenende los ins Bergische, einen Tag alleine für mich, um zu entspannen. Ich wünsche Dir jetzt schon eine aufregende Zeit in Schottland und bin sehr gespannt wie es Dir dort gefällt und was Du erleben wirst. Magst Du mich auf dem Laufenden halten? Wann geht es denn los?
    Alles Liebe und viele Grüße aus Köln,
    Daniela

  10. Constanze

    Liebe Daniela,

    ich freu mich, dass Du dich freust :-) über mein Kommentar. Nach Schottland geht es erst im Mai…grrr…noch so lange warten und natürlich werde ich berichten. So werde ich bis dahin mal die sächsische Schweiz erkunden..soll ja auch sehr schön sein und ich war (zu meiner Schande) noch nie dort. Du wirst von mir lesen! BIs ganz bald
    Constanze

  11. Oh da bin ich gespannt!

    Ich finde man kann tatsächlich wunderbar auch „in der Nähe“ wandern, um sich auf größere Strecken vorzubereiten. Deutschland ist ja ein wahres Wanderland mit einem gutausgebauten Wandernetz und sehr guter Infrastruktur. Wir sind z.B. regelmäßig vor den Toren Kölns im Bergischen Land unterwegs. Dort gibt es viele, auch kleinere Touren, die man gut am Wochenende machen kann.

    In Schottland war ich auch schon 2mal, allerdings mit dem Wohnwagen und Auto unterwegs. Es wäre spannend zu wissen, wie und wo man dort gut wandern kann. Halt mich auf jeden Fall auf dem Laufenden!

    Alles Gute und bis ganz bald,
    Danni

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