Der Tagesrucksack Gregory Maya 16 im Test
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Ich packe meinen Rucksack und nehme mit: den Gregory Maya 16

Unsere erste Wanderung mit Baby UND Rucksack – ein Erfahrungsbericht!

In Deutschland wird es Herbst, und mich packt die Wanderlust. Mit dem Verfärben der Bäume und dem zunehmenden Wind wächst meine Vorfreude rauszugehen. Der Spätsommer als auch der Herbst sind meine absoluten Lieblingsjahreszeiten. Die Sonne färbt die Wälder in ein sattes Gold, Flora und Fauna sind satter denn je und die Temperaturen zum Wandern ideal. Kein Wunder daher, dass die meisten Reiseberichte auf Landlinien zu dieser Zeit entstanden sind. Doch seit diesem Jahr bin ich nicht mehr allein und habe neben meinem Wandergepäck auch noch meinen (aktuell 9 Monate alten) Sohn Henri dabei. Neben der Wahl einer kindertauglichen Route, eine weitere Herausforderung was den Rucksack angeht. Denn: Vorne trage ich Henri in der Trage, hinten alles was es für uns braucht im Rucksack. Leicht und bequem muss er daher sein, mit ausreichend Fächern für Windeln, Spucktücher, Spielzeug und Co, einfach zu handhaben und bestenfalls nachhaltig produziert. Wir haben uns einige Modelle angeschaut und sind dabei bei einer in Deutschland bisher wenig bekannten Marke aus Salt Lake City (USA) hängen geblieben: Gregory.

Gregory aus Salt Lake City

Das Unternehmen Gregory gibt es tatsächlich schon seit über 40 Jahren, seit 1977 genau. Nach seinem Gründer Wayne Gregory benannt, wird bis heute die Leitidee verfolgt, Rucksäcke zu entwickeln, „die mit dem Körper statt gegen ihn arbeiten“. Aus diesem Grund unterscheidet Gregory bei ihren Rucksäcken auch deutlich zwischen Rucksäcken für Frauen und für Männer (im Shop zu erkennen am Gender-Symbol). Gemeint ist damit außerdem das dynamische Tragesystem, welches sich einfach an die individuelle Rückenlänge anpassen lässt. Besonders vorteilhaft, wenn man sich einen Rucksack teilt, so wie Nick und ich auf unserer Wanderung.

Die lebenslange Garantie

Das Angebot von Gregory ist vielseitig: Neben Tages- und Trekkingrucksäcken hat das Team aus Salt Lake City auch spezielle Modelle für alpine Expeditionen, Radtouren, das Büro und Kinder entwickelt. Was alle Produkte gemeinsam haben, ist die lebenslange Garantie, die sich Gregory auf die Fahne geschrieben hat. Ein mutiger Vorsatz, wie ich finde. Eine nachhaltige Lösung, wie ich herausfinde. Der Anspruch, Produkte zu entwickeln, die ein Leben lang halten, ist nicht einfach nur eine Floskel, sondern das Ergebnis eines langjährigen Strebens nach hoher Qualität und Leistungsfähigkeit. Beispielsweise wird bei der Verarbeitung Nylon anstatt Polyester verwendet, um die Belastbarkeit und die Lebensdauer zu erhöhen. Die Rucksäcke von Gregory werden außerdem sorgfältig getestet, im Labor aber auch direkt vor Ort in Salt Lake City am Fuß der Wasatch Mountains. Sollte es doch zu einem Defekt oder Verschleiß kommen, gibt es alleine in Europa 16 Reparaturservicestellen, an die man sich wenden kann. Die Servicestelle in Deutschland hat ihren Sitz in Siegen. Sollte ein Rucksack irreparabel sein, werden Teile davon wiederverwendet und weiterverarbeitet. Ein sinnvoller Weg die Wertschätzung für ein Produkt zu steigern und gleichzeitig Müll gar nicht erst entstehen zu lassen.

„Wenn wir hier gute Arbeit leisten, dann können wir dafür sorgen, dass Produkte nicht komplett ersetzt werden müssen, sondern nur ein kleines Teil ausgetauscht wird, um die Produktlebenszeit zu verlängern.“ (Gregory)

Was macht Gregory zu einem nachhaltigen Unternehmen?

  • der Anspruch Produkte zu entwickeln, die ein Leben lang halten
  • sinnvolles Verpackungsdesign, um Logistik-CO2-Bilanz zu reduzieren
  • weltweiter Rucksack-Reparaturservice
  • faire und sichere Arbeitsbedingungen bei der Produktion
  • Social Compliance Program (SCP), um Standards bei Lieferanten zu gewährleisten
  • Mitglied der European Outdoor Conservation Association (EOCA)
  • Förderung von langjährigen Mitarbeitern und Nachwuchs
  • klimaneutrales Verhalten im Unternehmen (keine Einwegflaschen, Recycling, Fahrradabstellmöglichkeiten, hundefreundliche Büros zur Reduzierung von Hin- und Herfahrten)

Ein kompakter Tagesrucksack: Der Maya 16

Da wir einen Rucksack für Touren mit Kind suchen, das – so muss man dazu sagen – auch getragen wird, sollte er möglichst leicht und bequem sein. Bei meiner Suche auf der Website von Gregory bleibe ich bei den kompakten Tagesrucksäcken hängen und vergucke mich auf Anhieb in den türkisfarbenen (wie kann es anders sein ;-) Maya 16. Mit seinem Volumen von 16 Litern ist er weder zu groß, noch zu klein, sondern genau richtig für meine Zwecke. Mir gefallen außerdem die vielen Fächer, an die ich auch im „angezogenen“ Zustand rankomme. Wenn das Kind in der Trage mal eben was braucht kein unwichtiger Faktor.

Merkmale im Überblick:

  • 16 Liter Volumen
  • nur 0,75 kg leicht
  • drei Hauptfächer (kleines Fach für z.B. Smartphone, Hauptfach in der Mitte mit Innentasche und Schlüsselclip, Fach für Trinksack oder bei uns für die Wickeltasche)
  • Brust- und Hüftgurt (mit extra Fach)
  • seitliche Taschen z.B. für die Trinkflaschen
  • flexibles Frontfach (bei uns für „mal eben schnell verstauen“ von Spucktuch und Mütze)
  • „Sunglass QuickStow“ – Lasche, um die Sonnenbrille sicher am Gurt einzuhaken (auch gut für das Schnullerband geeignet ;-)
  • Reisverschlüsse mit Schlinge als Griff (kann man schneller packen)
  • Leicht verstellbare Rückenlänge (über Klett)
  • Luftiges Material am Rücken und den Trägern (reduziert Stauhitze)
  • Filigranes und gleichzeitig robustes Design (wirkt modern und nicht wie ein klassischer Wanderrucksack)
VORHER

NACHHER

Mit Baby und Rucksack auf dem Kölnpfad

Unsere erste Wandertour mit Henri führt uns auf den Kölnpfad, den wir bereits in der Vergangenheit oft und gerne bewandert haben. Wir wollen außerdem nicht extra weit fahren, um den spätsommerlichen Tag ideal zu nutzen. Die Wahl fällt auf Etappe 4, die vom Worringer Bruch über eine sehr schöne Strecke am Rhein bis nach Merkenich auf 11 km verläuft. Erst kommt die Trage, dann der Rucksack. Ein bisschen komme ich mir vor wie ein Packesel. Nach den ersten Metern bin ich allerdings erstaunt, wie leicht das geht. Den Rucksack merke ich kaum, weder vom Gewicht, noch von der Belastung im Nacken, mit der ich sonst oft Probleme habe. Henri scheint auch Gefallen daran zu haben, so erkundet er die feinen Details an den Trägern.

Die ganze Etappe schaffen wir an diesem Tag leider nicht. Dafür entscheiden wir uns in Langel spontan für eine Bootstour über den Rhein und zurück. Mit der Rheinfähre geht es zum anderen Ufer nach Hitdorf, was schon nicht mehr zu Köln sondern zu Leverkusen gehört. An diesem Tag werden wir von der Sonne regelrecht überrascht. Es ist so warm, das wir nach und nach Kleidung ablegen und im Rucksack verstauen. Obwohl wir schon viel eingepackt haben, ist immer noch genug Platz im dehnbaren Frontfach.

Unsere erste längere Pause legen wir im Yachthafen Hitdorf ein und lassen uns im T-Shirt bei einer Limo auf der Terrasse des Kran-Cafés nieder. Wer hätte das gedacht, Anfang Oktober. Henri ist hungrig, so dass es schnell gehen muss. Vorher gut überlegt, finde ich jetzt auch schnell das, was ich brauche: Die Dose mit Hirsekringeln zum Überbrücken, Gläschen mit Fruchtkompott, Löffel (einen für mich, einen für ihn), Feuchttücher, Becher, Wasserflasche und Spucktuch. Los geht´s.

Auf dem Rückweg wechseln Nick und ich uns dann ab. Mit wenigen Handgriffen ist der Rucksack auf ihn eingestellt, so dass es auch für ihn bequem weitergehen kann. Die Leverkusener Seite habe ich bisher nur vom gegenüberliegenden Ufer aus beobachtet und bin daher um so erstaunter, wie anders es doch hier ist. Statt der geschwungenen Sandbuchten, treibt der Rhein hier kleine Steine ans Ufer. Der parallel laufende Weg ist gesäumt von Bäumen, die geräuschvoll im Wind rauschen. Für einen Abstecher auf diese Seite empfiehlt sich der Nachmittag ganz besonders, da zu dieser Tageszeit die Sonne das Ufer in ein besonders schönes und warmes Licht taucht.

Mein Fazit

Der Maya 16 von Gregory ist ein leichter Begleiter, den man kaum bemerkt, aber gerne dabei hat. Alles was ich für eine Tageswanderung (mit Kind!) brauche, passt rein und ist schnell griffbereit. Mein persönliches Highlight ist das atmungsaktive Material an Rücken und Trägern, sowie das durchdachte Design.

Vielen Dank an Gregory für die Möglichkeit den Maya 16 ausgiebig testen zu können! Wir haben das Modell kostenlos zu Verfügung gestellt bekommen und schreiben hier in freien Stücken über unsere persönlichen Erfahrungen.

Landlinien wurde Anfang 2009 von Designerin Daniela Klütsch gegründet. In ihrer Agentur daklue beschäftigt sie sich hauptberuflich mit Kommunikation für nachhaltige Unternehmen. Wie beim Reisen spielt auch dort das Thema „Entschleunigung“ eine große Rolle. Wenig kommunizieren, dies aber bewusst, achtsam sein, mit sich selbst und seiner Umwelt… das sind Gedanken die sie Tag für Tag antreiben

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