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Ideen für ein Wochen-weg-ende

Zwei Kurztrip-Ziele für jeden Geschmack – keines weiter als drei Stunden von Köln entfernt

Euch fällt die Decke auf den Kopf, aber für einen längeren Urlaub reichen Zeit oder Geld nicht? Kein Problem, wir haben für euch zwei Kurztrip-Ziele gefunden, die für jeden Geschmack was bieten. Und das Beste: keines ist weiter als drei Stunden von Köln entfernt!

TIPP 1: Spa-Auszeit im Landhotel Voshövel

Wellness-Fans aufgepasst! Nur zehn Kilometer von Wesel entfernt, im beschaulichen Voshövel liegt das gleichnamige Landhotel. Im so genannten „Wohnzimmer-Spa“ kann man prima die Seele baumeln lassen. Zwei Schwimmbecken, ein Whirlpool unter freiem Himmel und verschiedene Saunen gehören zum im Wohnzimmer-Stil gestalteten Wellness-Bereich. Es gibt einen Kamin und überall stehen gemütliche Sofas, Liegen sowie Ruhesessel.

Besonders schön wohnt man in den Zimmern im modernen Anbau. Große bequeme Betten und ein sehr schönes Bad zeichnen diese „Landstil Livingroom“-Zimmer aus (ab 99,- Euro pro Person). Da sich die Einzelkosten für Zimmer, Essen und Spa schnell summieren, lohnt es sich, ein komplettes Übernachtungspaket zu buchen. Auf der Website werden verschiedene Arrangements angeboten. Das Spa kann man auch als Tagesgast nutzen (ab 59 Euro). Treatments sollten man am besten im Voraus buchen, damit man auch wirklich seine Wunschbehandlung bekommt. Das Spa-Menü umfasst global inspirierte Behandlungen, die zum Teil sehr hochpreisig sind. Uns fehlte bei dem Angebot ein bisschen ein von der Region inspiriertes Signature-Treatment. Super sind hingegen die Saunen mit abwechslungsreichen Aufgüssen.

Lokale Köstlichkeiten

Im Restaurant des Hotels, die Gaststätte gibt es schon seit 1872, kann man übrigens sehr gut essen. Zu unserem Spa-Arrangement gehörten neben Frühstück und Snacks am Tag auch ein 4-Gänge-Menü am Abend. Und das war herausragend! Das Team um Küchenchef Michael Tuschen verwendet viele regionale Zutaten und Spezialitäten, interpretiert diese aber modern. Ein Highlight war zum Beispiel das Avocado-Risotto und die geschmorte Rote Bete mit Polenta und Büffelmozzarella.

In Bewegung

Wer nicht nur auf der faulen Haut liegen oder schlemmen möchte, kann im Landhotel Voshövel auch den Golfschläger oder sich aufs Rad schwingen. Für Golfer bietet das Hotel spezielle Packages an – der Golfplatz Weselerwald liegt unmittelbar vor der Tür. Radfahrer können sich im Hotel eines der 20 Fahrräder oder eines der vier E-Bikes ausleihen und die Gegend erkunden. Die Landschaft ist schön eben, so dass man entspannt auch größere Touren machen kann. Tourenvorschläge gibt es zum Beispiel auf der Website des Hotels.

Nachhaltigkeit

Die Hoteliersfamilie ist der Region sehr verbunden und unterstützt zahlreiche soziale Projekte. Außerdem kommen im Restaurant vor allem regionale Produkte auf den Tisch.

Hinkommen & vor Ort unterwegs

Entweder mit dem Auto (ca. 1,5 Stunden) oder mit der Bahn ab Köln via Wesel (ca. 2:50 Stunden, 30 Euro ohne BC).

Mein Fazit: „Perfekt für eine Auszeit mit der besten Freundin.“

TIPP 2: City-Life in Rotterdam

Landlinien_Rotterdam_MarkthalleUnser zweiter Tipp führt uns in die Stadt. Genauer gesagt nach Rotterdam in den Niederlanden. Die Stadt ist weniger für ihre malerischen Grachten bekannt, sondern eher für ihre moderne Skyline und sehr gute Gastro-Szene. Beides vereint die Markthalle (Haltestelle Blaak). Seit 2014 kann man sich auf einer Fläche von 70 x 117 Metern durch die Welt schlemmen. Vom typischen holländischen Backfisch und Käse über Tapas bis Sushi gibt es hier jede erdenkliche Leckerei – und das täglich zwischen zehn und 20 Uhr. An der 40 Meter hohen Decken sieht man das wohl größte Stilleben-Gemälde Hollands: Der Künstler Arno Coenen hat Abbilder von Obst, Gemüse, Blumen und Insekten auf 4.000 Glasscheiben drucken lassen, die die gesamte Halle überspannen. Immerhin 11.000 Quadratmeter umfasst das Werk und erinnert ein bisschen an eine Alice-im-Wunderland-Szenerie.

Brücken und Hochhäuser

Gegenüber von der Markthalle wartet das nächste Architektur-Highlight: die Kubushäuser. Vorbilder für die Ende der 1970er Jahre von Piet Blom gebauten Häuser sind Bäume. Die Wohnungen sind dabei die „Baumkronen“, im „Stamm“ stecken Treppenhaus und Co.. Wie so eine Wohnung im Innern aussieht, kann man im Kijk-Kubus besichtigen (täglich zwischen 11 und 17 Uhr geöffnet). Entlang des alten Hafenbeckens „Oudehaven“ geht es weiter Richtung Willemsbrücke. Die alte Brücke war im 2. Weltkrieg Schauplatz heftiger Kämpfe zwischen den Deutschen und Niederländern. Die heutige Brücke, erbaut 1981, erinnert mit ihren roten Pylonen ein wenig an die Golden Gate Bridge in San Francisco. Von hier aus kann man über die Boompjeskade entlang der Neuen Maas, einem Strom des Rheindeltas, die ungefähr 1,5 Kilometer zur Erasmusbrücke spazieren. Die gut 800 Meter lange Brücke – ein Teil ist sogar Zugbrücke – verbindet das Stadtzentrum mit der Insel Kop van Zuid. Hier steht der gekippte KPN Tower von Renzo Piano sowie die „vertikale Stadt“ von Rem Koolhaas. Das dreiteilige Hochhaus, auch als „De Rotterdam“ bekannt, ist 150 Meter hoch und beherbergt ein Hotel, Büros und Wohnungen (Haltestelle Wilhelminaplein).

Ebenfalls auf der Kop van Zuid steht das Hotel New York. Das Gebäude in einem Art-Deco-Jugendstil-Mix war früher Sitz der Holland-Amerika-Lijn (HAL). Heute ist es Hotel und Restaurant. Von hier aus kann man über eine Fußgängerbrücke zur Fenix Food Factory laufen, einer Art Indoor-Streetfood-Halle. Alternativ kann man zurück ins Stadtzentrum und über die Witte de Withstraat oder Meent bummeln, shoppen, Kaffee trinken oder zum Essen oder auf einen Drink einkehren.

Ab aufs Wasser

Viele Sehenswürdigkeiten lassen sich mit dem Wassertaxi erreichen. Die kleinen Boote flitzen kreuz und quer über die Maas. Die Fahrt macht Riesenspaß. Wer mehr vom Hafen – immerhin Europas größter Tiefwasserhafen – sehen will, kann auch eine Hafenrundfahrt machen. Bekanntester Anbieter ist SPIDO, die mit ihren relativ großen Schiffen allerdings nur die Hauptpunkte abfahren. Es gibt auch Anbieter, die die ganze Strecke von Hoek van Holland bis nach Rotterdam abfahren (z.B. Rondvaart Europoort).

Wo schlafen?

Wir haben im citizenM gewohnt (ab ca. 80 Euro). Das moderne Designhotel liegt direkt an der Haltestelle Blaak und dem Oudehaven. Die eher kleinen Zimmer sind funktional, aber schön eingerichtet. Super ist das riesige Bett mit Panoramablick. Vom Licht über die Jalousien bis zum Fernseher wird alles per iPad gesteuert. Kleiner Haken: die Fenster können nicht geöffnet werden und Toilette und Dusche stecken in einem halbtransparenten Glaskasten. Man sollte seinen Mitbewohner also wirklich gut kennen. Toll sind die vielen Lounge-Ecken in der ersten Etage (hier verbergen sich auch Rezeption und Bar). In Ruhe Lesen oder Quatschen mit anderen Hotelgästen geht hier prima.

Hinkommen & vor Ort unterwegs

Mit dem Zug von Köln via Utrecht nach Rotterdam dauert es knapp drei Stunden – hin und zurück kosten ca. 130 Euro (ohne BC). Vor Ort ist die Welcome Card praktisch, mit der man den öffentlichen Nahverkehr nutzen kann und in vielen Sehenswürdigkeiten einen Rabatt bekommt (ab 11 Euro).

Mein Fazit: „Rotterdam ist viel entspannter als Amsterdam und ein echter Tipp für Foodies und Architekturfans.“

 

Vielen Dank ans citizenM und das Landhotel Voshövel für die Unterstützung bei den Reisen.

 

Mit den Füßen im Sand und Blick aufs azurblaue Meer schreibt Roya Piontek am liebsten übers Reisen – zunächst in ihrem eigenen Blog "29GradundSonne", jetzt für Landlinien. Im Fokus stehen dabei nachhaltige Hotelkonzepte, aber auch wie man mit Wellness und Aktivsein für eine langanhaltende Urlaubsentspannung sorgt.

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