Entspannung pur im Biohotel Haus AnNatur
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Entspannung pur im Biohotel Haus AnNatur

Tiefer Schlaf, gesundes Essen und ein ausgeglichenes Körpergefühl

Zaghaft glitzert die Morgensonne durch den cremefarbenen Vorhang, eine frische Brise Meeresluft weht durch das offene Fenster, und ist sie auch wieder da… die Stille, die man hören kann. Nach der ersten Nacht im Haus AnNatur wachen wir erholt auf wie nach 2 mal mehr Schlaf. Wie Engel haben wir geschlafen, tief und fest, sanft geträumt. Das mag mit Sicherheit an dem wohltuenden Reizklima der Insel liegen, aber ganz bestimmt auch an diesem Zimmer. Die Möbel sind aus Naturholz, die Matratzen aus Naturlatex und die Bettwäsche aus kba-Baumwolle. Kurz gesagt: hier bleiben chemische Inhaltsstoffe und Synthetik vor der Haustür!

Annegret Cordes, Kathrin Wilhelm und der Juister Bürgermeister Dr. Tjark Georges (v.l.n.r.)

Annegret Coordes, Kathrin Wilhelm und der Juister Bürgermeister Dr. Tjark Georges (v.l.n.r.)

Nirgends besser könnte ein Biohotel passen als auf Juist. Das hat Gründerin Annegret Coordes genauso empfunden, als sie das Haus als vegetarisch biologische Vollwertkostpension übernahm und ab 1992 weiter spezialisierte. Das Konzept ging auf: bereits 5 Jahre später wurde das Haus AnNatur mit dem Umweltpreis des niedersächsischen Ministeriums für Wirtschaft & Verkehr und der DEHOGA Niedersachsen ausgezeichnet. Wohl verdient, wenn man betrachtet, wie konsequent und leidenschaftlich Annegret Coordes das Thema Bio in der Hotellerie umgesetzt hat, zu einer Zeit in der es lange nicht so etabliert und „normal“ war wie heute. Auf diesen Erfolg aufbauend folgte 2006 die offizielle Zertifizierung als BIOHOTEL und 2009 eine zweite Dependance, das Haus AnNatur Garni gegenüber dem Haupthaus mit insgesamt 4 geräumigen Studios. Bis heute freut sich das familiär geführte Haus über treue Stammgäste, aber auch auf neue Interessierte, die auf der Suche nach Entschleunigung sind, so wie wir. Im November 2016 übernahm Kathrin Wilhelm das Biohotel, bereits seit 10 Jahren fester Teil des Teams durch ihre Tätigkeit im angrenzenden Wellnessbereich, dem „Zauberbrunnen“.

Wohlfühlen im Biohotel Haus AnNatur

 

Mitglied der BIO HOTELSBiohotel? Was heißt das eigentlich?

So, wie der Anbau von Obst und Gemüse, die Produktion von Kleidung oder auch die Herstellung von Kosmetik nach biologischen Standards bestimmt, so kann es auch ein Hotel. Von diesem Grundgedanken aus gründete 2001 der Österreicher Ludwig Gruber den Verein der BIO HOTELS und bündelt seitdem unter einem Dach ein ökologisches Leitbild, dem über 90 Betriebe in Europa folgen. Die Qualität der Umsetzung wird regelmäßig durch unabhängige Prüfstellen gesichert, wie ABCERT (der Kontrollstelle für ökologisch erzeugte Lebensmittel in Deutschland) aber auch dem „ehc-Gütesiegel“ (das Nachhaltigkeits- und Umweltzeichen im Tourismus). Für den Gast heißt das konkret, dass er in jedem der BIO HOTELS den gleichen hohen Standard an 100% biologischen Lebensmitteln und Naturkosmetik, aber auch den nachhaltigen Einsatz von Ressourcen und die umweltbewusste Einrichtung der Zimmer vorfinden wird.

Die Zimmer – Mit Liebe zum Detail

Während unserer kleinen Auszeit auf Juist hatten wir die Möglichkeit gleich zwei unterschiedliche Zimmer der beiden Häuser zu testen: das geräumige Studio „Charlotte“ mit extra Küchenzeile und das Studio Nr. 1 im Haupthaus mit extra Schlaf- und Wohnzimmer. Beide Studios bieten soviel Platz, dass man hier bequem auch mehr als nur ein Wochenende zu zweit verbringen kann (und möchte!). Die Qualität der Einrichtung, aber auch die Liebe zum Detail, findet man in jedem der insgesamt 14 Zimmer wieder. Die Bio-Naturholzmöbel riechen so angenehm dezent nach frischem Holz, dass ich mich dabei ertappe den Kleiderschrank öfter als nötig zu öffnen, um daran zu riechen. Es mag eigenartig klingen, aber dieses „sinnliche“ Erlebnis begleitet mich durch das gesamte Zimmer; sei es, dass ich lieber als sonst barfuß laufe (vielleicht wegen dem Korkparkett?), oder die Kissen der Couch ständig anfassen muss (ist das die kbA-Baumwolle?). Hier hatte Annegret Coordes von Anfang an besonderes Gespür dafür, was „Wohlfühlen“ bedeutet und wie es sich anfühlen sollte.

Ganz besonders zauberhaft – und so auch nirgendwo anders erlebt – finde ich die kleinen Extras auf den Zimmern. In der Schublade im Schrank verbergen sich ein kleiner Rucksack, Brotdose und Thermoskanne für unterwegs, wie auch eine Wärmflasche, 2 kuschelige Bademäntel und ein großes Strandhandtuch. Alles ein selbstverständlicher Standard des Hauses. Vorbildlich!

Das Essen – Jeden Tag frisch und selbstgemacht

Was für ein Genuss! Und vor allem was für ein Luxus jeden Morgen von einem gedeckten Frühstückstisch und einer Tafel an Bio-Leckereien empfangen zu werden. Mich persönlich entspannt außerdem, dass ich mir als Vegetarierin und Teilzeit-Veganerin keine Gedanken um die Wahl der Lebensmittel machen muss. Ich kann bedenkenlos zugreifen. Das was hier auf den Teller kommt ist 100 % Bio, immer frisch und oft aus dem eigenen Garten. Selbst Nick, der durchaus kritisch ist, was die Kochkunst anderer und die Qualität des Geschmacks angeht, ist so angetan, dass er sich bei Kathrin nach dem Rezept des Sauerampfer-Pestos erkundigt. Ein Highlight sind auf jeden Fall die Frischkäsecremes und Pestos, aber auch die vielen Feinheiten wie Kokosjoghurt, Algen-Wasabi oder Frischkornbrei. Besonders gefreut hat mich der Erfahrungsbericht unserer beiden Tischnachbarinnen, die schilderten, dass sie nach einer Woche Bio-Essen morgens und abends – anders als üblich zu Hause – gar keinen Hunger mehr auf Süßes haben und auch tagsüber gut satt sind. Das zeigt mal wieder: ausprobieren und erleben bringt viel mehr als sich nur theoretisch mit etwas zu beschäftigen!

Der Wellnessbereich – beschwingt in den Tag

Ein besonderes Highlight, das ich erleben durfte, war die die Klangliegen-Massage im Seminar-/ Klangraum bei Kathrin  im Anbau des Hauses. Danach hatte ich Power für zwei! Anfangs noch etwas skeptisch, machte ich es mir „nur“ auf der Holzliege bequem und schloss für die folgenden 40 Minuten die Augen. In der Zeit brachte Kathrin meinen Körper wie ein Musikinstrument förmlich zum Schwingen, durch das Zupfen und Streichen der Harfensaiten unter mir. Später erklärt sie mir, dass diese Form der „Massage“ ausleitend und belebend wirkt, so als hätte man eine Nacht mehr geschlafen. Und ja das stimmt, im Laufe des Tages fällt mir auf, wie klar ich auf einmal bin.

Neben dieser klangvollen Entspannungstechnik, bietet der „Zauberbrunnen“ aber noch einiges mehr an Anwendungen. Man kann hier wählen zwischen klassischen Massagen, speziellen Ayurveda-Behandlungen und Körper-Peelings, sich aber genauso kosmetisch verwöhnen lassen, alles mit Naturkosmetikprodukten versteht sich. Was mir hierbei besonders gut gefällt ist, dass man sich die Anwendungen selber und nach Terminabsprache zusammenstellen kann, wie ein ganz persönliches Wellness-Angebot. Für alle, die sich weniger Gedanken machen möchten, bietet das Haus AnNatur allerdings auch fertige Pakete an, wie das „Schweigeseminar“ Zeit für Stille & Achtsamkeit auf Juist oder die Ayurveda Gesundheitswoche. Damit liebäugele ich auch schon…

Was bleibt? Was kommt?

Was bleibt, neben der liebevollen Umsetzung von Bio, sind die vielen, kleinen Details, die Annegret Coordes etabliert hat und die das Haus AnNatur so bezaubernd und authentisch machen. „Bio“ heißt hier nämlich auch „bewusst sein“. Im Untergeschoss gibt es zum Beispiel einen offenen Bücherschrank für alle Gäste, so dass man das neu kaufen auch mal sein lassen und hier stöbern kann. In der Teeküche findet man Bio-Leckereien für einen Snack zwischendurch oder eine wärmende Tasse Tee am Abend. Wer für den Tag noch mehr mag und nicht auf ein konventionelles Mittagessen angewiesen sein möchte, der kann auch ein Lunchpaket zum Mitnehmen bestellen. Und wem das noch nicht reicht, der findet so viel mehr an guten Tipps und Infos rund um die Insel in der Infomappe auf dem Zimmer. Hier wird auch verraten wo es gute und gleichzeitig günstige Räder zu mieten gibt.

Was kommt sind eigene Ideen, die Kathrin und ihr Mann Dirk derzeit planen, wie die erst kürzlich eröffnete Ferienwohnung „Juister Auszeit“ im benachbarten Ortsteil Loog. Neu ist auch, dass das Haus AnNatur über den Winter geöffnet hat und die beliebten Fasten- und Verwöhnwochen das ganz Jahr über angeboten werden. Als ganzheitliche Naturkosmetikerin und staatlich geprüfte Masseurin, hat Kathrin außerdem ein ganz besonders „Händchen“ für das Wohlbefinden der Gäset. Dreimal die Woche bietet sie ein optionales Entspannungsprogramm an (morgendliche Gehmeditation am Strand, Klangschalen-Meditation und sanfte Wirbelsäulengymnastik im Seminarraum nebenan). Im Seminar-/ Klangraum  finden außerdem auch externere Workshops und Seminare statt z.B. zu den Themen Yoga Qi Gong und Achtsamkeit.

Anreise mit der Bahn

Bequemer und umweltfreundlicher kann man eigentlich garnicht auf die Insel kommen: Von Köln aus fährt die Bahn – zum Teil in einem durch, zum Teil mit einmal umsteigen – bis nach Norddeich-Mole und somit vor die Brücke zur Fähre. Bahn und Fähre sind meist so aufeinander abgestimmt, dass man in 4,5 Stunden den Hafen von Köln aus erreicht und mit einer „Sparpreis Aktion“ der Bahn nur knapp 33 Euro bezahlt.

Mein Fazit

Die Zeit im Haus AnNatur hat unsere Reise nach Juist perfekt abgerundet. Hier haben wir die Ruhe gefunden, die zu Hause im Alltag sehr oft fehlt. Wir haben uns von Anfang an wie Stammgäste gefühlt, obwohl wir das erste Mal da waren, und uns einfach mal verwöhnen lassen. Das Frühstück war jedes Mal ein Gedicht und abends haben wir geschlafen wie Engel. Alles ist so zauberhaft und gleichzeitig konsequent durchdacht, dass man sich einfach fallen lassen kann. Das war definitiv nicht das letzte Mal!

Haus AnNatur Logo

Vielen Dank an die BIO HOTELS für die Empfehlung des Haus AnNatur, und natürlich ein ganz besonderes Dankeschön an Annegret, Katrin und Dirk. Ihr habt unsere Liebe zu Juist geweckt, in nur 4 Tagen! Dafür kommen wir wieder.

Landlinien wurde Anfang 2009 von Designerin Daniela Klütsch gegründet. In ihrer Agentur daklue beschäftigt sie sich hauptberuflich mit Kommunikation für nachhaltige Unternehmen. Wie beim Reisen spielt auch dort das Thema „Entschleunigung“ eine große Rolle. Wenig kommunizieren, dies aber bewusst, achtsam sein, mit sich selbst und seiner Umwelt… das sind Gedanken die sie Tag für Tag antreiben

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