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10 Paar Wanderschuhe auf dem Weg durch Kerry

10 Paar Wanderschuhe auf dem Weg durch Kerry

Bereits einige Jahre bin ich nach Irland gereist, doch habe ich die grüne Insel erst in diesem Jahr als „mein“ perfektes Wanderziel entdeckt. Anfang Juni erkundete ich auf eigene Faust die Wicklow Mountains und wanderte einen Teil auf dem Wicklow Way. Seither wurde meine Reiselust entfacht und die Neugier auf weitere Wanderwege in Irland geweckt. Mit dem Kerry Way und dem Dingle Way liebäugelte ich schon bei den Vorbereitungen meiner ersten Wandertour. Doch angesichts von begrenzter Urlaubszeit,musste der nächste Wanderurlaub erst einmal warten. Dachte ich. Denn manchmal werden Träume schneller erfüllt als man denkt. Über einen persönlichen Kontakt von mir, wurde ich von Highländer-Reisen angesprochen und zu einer ihrer Aktivreisen in Irland eingeladen. Anfang September sollte es noch einmal für mich auf die grüne Insel gehen, diesmal zum Wandern ins südliche Kerry. Im Anschluss würde ich dann über die Reise und meine Erfahrungen hier im Landlinien Blog berichten. Mit großer Freude nehme ich diese Einladung an und mache mich wieder einmal auf den Weg.

Gedanken vor der Reise

Neben der Möglichkeit ein zweites Mal in diesem Jahr in Irland wandern zu gehen, hat mich zu dieser Reise vor allem die Neugier motiviert, den Unterschied zwischen selbstbestimmter Individualreise und organisierter Gruppenreise herauszufinden. Bisher war ich es auf meinen Wandertouren – ob auf dem Jakobsweg, in Südengland oder im heimischen Bergischen Land – gewohnt, alles alleine zu organisieren und umzusetzen. Angefangen von der Ausarbeitung der Wanderroute, über das Buchen der Unterkünfte bis zur Recherche von Einkaufsmöglichkeiten und Busverbindungen. Auf den Wanderwegen selber konnte ich mich immer mit einem hohen Maß an Freiheit bewegen und musste auf niemanden Rücksicht nehmen, lediglich auf mich selbst. Allerdings erlebte ich die meisten Momente oft alleine und konnte sie erst nach meiner Heimreise mit Freunden und Familie teilen. Was würde ich also als angenehmer empfinden: selbstbestimmt alleine oder gemeinsam in der Gruppe? Könnte es auch mal schön sein, sich nicht um alles kümmern zu müssen?

Die Region Kerry kannte ich bisher nur flüchtig und aus dem Auto heraus. So verbrachte ich hier – schon einige Jahre her – eine knappe Woche zusammen mit meinen Eltern, woran ich mich im Nachhinein nur schwach erinnern kann. Im Kopf ist mir lediglich die Erinnerung geblieben, dass die Halbinseln Kerry und Dingle landschaftlich zwar wunderschön, aber touristisch stark frequentiert waren. Bilder von vollbesetzen Bussen, die sich den „Ring of Kerry“ entlang quetschten und ihre Fahrgäste nur kurz an Parkplätzen entließen, hatte ich abgespeichert. Wie würde es sein Kerry nur mit den Wanderschuhen zu erkunden und der gewohnten Straße den Rücken zu zeigen? Würde ich hier ähnliche Stille und Einsamkeit finden wie in den Wicklow Mountains?

Karte von IrlandAm 31. August starten wir als 10-köpfige Gruppe gemeinsam am Dublin Airport, wo uns unser Reiseleiter Thomas trifft und per Bus nach Killarney in Kerry begleitet. Die An- und Abreise kann jeder individuell gestalten, so dass genug Freiraum für weiteres Reisen – wie z.B. ein Städtetrip in Dublin oder eine weitere Woche mit Highländer-Reisen – bleibt. Die Grafschaft Kerry liegt im äußersten Süd-Westen Irlands und umfasst unter anderem die beiden Halbinseln Kerry und Dingle. Dank des feucht-milden Klimas und des warmen Golfstroms gedeihen hier Flora und Fauna prächtig, teilweise ähnlich wie im Süden Europas. Die Küstenlage, als auch vielzählige Berge, machen Kerry zu einem der vielseitigsten Landstriche Irlands. Kein Wunder, dass hier direkt zwei Fernwanderwege ausgebaut wurden: der Kerry Way (214 km) und der Dingle Way (162 km). Auf einem Teil des Kerry Ways werden wir immer wieder bei unserer Reise wandern.

Karte von KerryGeplant ist ein 4-tägiger Aufenthalt in Killarney, von wo aus wir unsere ersten beiden Wanderungen durch den Killarney Nationalpark starten. Auf einer Fläche von über 10.000 Hektar bietet der Park ausreichend Abwechslung was Landschaft, Tierwelt und Kultur angeht. Um die drei miteinander verbundenen Seen – Lough Leane, Muckross Lake und Upper Lake – schlängeln sich märchenhafte Eichenwälder, romantische Wiesen und Berge wie der Torc Mountain (540 m). Das Muckross House, erbaut im Jahr 1843, rundet die wilde Natur mit seiner beschaulichen Geschichte ab. Der Dienstag ist „freier Tag“ bei Highländer-Reisen und kann für individuelle Touren genutzt werden. Auf Basis einiger Vorschläge unseres Reiseleiters, einigen wir uns auf einen Ausflug nach Dingle samt Blasket Islands, was sich später als ganz besondere Tour herausstellt. Die letzten 3 Tage unserer Tour verbringen wir mehr im Süden der Kerry-Halbinsel und wandern diesmal direkt auf dem Kerry Way. Zunächst auf einem Bergkamm, dem Meer entgegen Richtung Waterville. Danach bis zum nächst größeren Dorf Caherdaniel, wo wir ebenfalls unsere letzten beiden Nächte verbringen. Auf dieser Tour entdecken wir, dank Umweg unseres Reiseleiters, einer – der für mich – schönsten Buchten Irlands: die Derrynane Bay. Ein letztes Mal gefordert werden wir bei unserer finalen Tour mit dem Aufstieg zum Eagles Hill mit 550 Höhenmetern. Entlohnt wird die Anstrengung mit weiten Blicken über die südlichen Buchten Kerrys bis hin nach Dingle und Beara. Und natürlich auch mit einem der köstlichen, selbstgebackenen irischen Kuchen.

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1. Tag: Wanderung durch den Killarney Nationalpark

Wandern im Killarney Nationalpark (Kerry)Highlights: Killarney, Killarney Nationalpark, Muckross House, Torc Waterfall, Muckross Lake, Victoria House Hotel

Am ersten Tag unserer Tour starten wir nach einem ausgiebigen Frühstück – dank Porridge auch vegetariergeeignet – direkt vom Victoria House Hotel aus Richtung Killarney Nationalpark. Bei der angrenzenden Tankstelle samt Shop können wir unsere Wasserrationen auffüllen und ein Lunch für den Mittag einkaufen. Gleich am Anfang begleitet uns ein gut gelaunter Hund fast bis zum Ufer des Lough Leane, von wo aus wir abseits von Autos und Kutschen Richtung Muckross House laufen. Kleinere Buchten eröffnen uns immer wieder erste Blicke auf die Berge des Nationalparks. Auf einer imposanten Allee laufen wir direkt auf das Muckross House zu, welches erhaben vor dem gleichnamigen See thront. Diesen werden wir zunächst auf etwa 12 km umrunden, bevor wir hierher zurückkehren und das Herrenhaus von innen besichtigen. Der Rundweg führt am Anfang hoch zum Torc Wasserfall, der uns eine hervorragende Kulisse zum fotografieren bietet. Nach einer ausgiebigen Fotosession geht es weiter hoch, bis wir von oben über die beiden Seen blicken können, an deren Ufer wir vorhin noch gestanden haben. Der Wanderweg ist sehr gut ausgebaut, so dass man hier zügig und ohne viel nachzudenken an einem Stück laufen kann. Zwischen Wiesen und kleineren Wäldern macht sich der Geruch des Herbstes breit. Die Sonne steht tiefer als sonst, scheint aber immer noch so stark, dass wir Regenjacke und Pulli ablegen können. Etwa auf der Hälfte des Weges überqueren wir die romantisch gelegene Old Weir Bridge. Auch hier nehmen wir uns ausgiebig Zeit für Fotos, bevor wir uns im angrenzenden Dinis Cottage für unsere Mittagspause niederlassen. Fast wie in einem Irrgarten sitzt man hier verwinkelt in lauschigen Eckchen, so dass sich weitere Wanderer und Touristen, die hier ebenfalls unterwegs sind, gut verteilen. Gerne würden wir hier noch länger verweilen und einfach in der Sonne faulenzen, doch drängt ein wenig die Zeit, wollen wir doch noch das Muckross House besichtigen. Entsprechend zügig wandern wir die 2. Hälfte des Rundweges zurück, vorbei an der Brickeen Bridge bis zum Herrenhaus, das wir pünktlich zur letzten Führung um 16.40 Uhr erreichen. Durch die Räume des Herrenhauses aus dem 19. Jahrhundert weht ein Hauch von Geschichte und irischem Adel. Eines der wichtigsten Ereignisse war der Besuch Queen Victorias im Jahr 1861, für die ein Teil des Muckross House extra umgebaut wurde. Ganz so opulent werden wir in unserer Unterkunft natürlich nicht empfangen, wobei das Dinner recht fürstlich ist. Die Anstrengung der Wanderung ist uns allen anzumerken. Wir schweigen allesamt so auffällig, dass sogar die Bedienung sich wundert und unseren Reiseleiter fragt, was er mit uns angestellt hat.

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2. Tag: Torc Mountain & Bootsfahrt über die 3 Seen

Unterwegs im Killarney NationalparkHighlights: Killarney Nationalpark, Torc Mountain, Upperlake, Muckross Lake, Lough Leane, Ross Castle 

Auf den Wunsch der Gruppe hin, ändert Reiseleiter Thomas die heutige Tour von Gap of Dunloe ab auf wandern durch den Killarney Nationalpark samt Aufstieg zum Torc Mountain (540 m). Nach einem Bustransfer, der uns oberhalb des Torc Wasserfalls absetzt, wandern wir durch verwunschene Eichenwälder und Mooshügel bis zum Fuß des Torc Mountain. Bevor wir unseren Weg auf der alten Kenmare Road – der ursprünglichen Verbindung von Killarney und Kenmare im Süden – fortsetzen, geht es rauf auf den Torc Mountain. Im Zick-Zack schlängt sich der Weg hoch über Schotterwege, Bohlen und Steintreppen. In der Gruppe läuft es sich hier nicht ganz so flüssig wie auf ebener Fläche, so kommt es immer mal wieder zu einem kleineren „Stau“. Je weiter wir nach oben steigen, desto größer wird meine Freude. Ich fühle mich an die Wicklow Mountains erinnert. Oben angekommen setze ich mich schnell – nach einem kurzen Freudensprung – hin, so kräftig bläst der Wind. Leider versperrt uns dichter Nebel jegliche Sicht auf die Seen im Tal, so dass jetzt nur noch Schokolade Trost spenden kann. Gestärkt geht es wieder runter, weiter auf unserem Weg durch Farne, Gräser und Eichenwälder, bis zu einem kleinen Wasserfall, an dem wir eine längere Pause einlegen. Ab der Kreuzung, an der die alte Kenmare Road auf den Kerry Way trifft, macht sich vor uns ein weites Tal breit. Das Grün scheint mir hier satter zu sein als anderswo, und auch der Farn wächst wahllos aus den Bäumen heraus.  Die Äste der vermoosten Eichenwälder wirken zum Teil so mystisch wie Figuren aus einem Märchen. Immer wieder bleiben wir stehen und versuchen diese Momente mit der Kamera einzufangen. Man könnte meinen hier durch eine Filmkulisse von „Harry Potter“ und „Herr der Ringe“ zu laufen. Bei Lord Brandon’s Cottage und am westlichen Ufer des Upper Lake angekommen, warten wir bei Kaffee und Kuchen auf unser Boot, das uns den ganzen Weg bis nach Killarney zurückbringen soll. Die Bootsfahrt ist eine Wohltat! Glücklich darüber keinen Meter weiter laufen zu müssen, sitzen wir entsprechend entspannt auf den Holzbänken, den Blick hoch in die Berge gerichtet. Nur Boots-Hund Buddy scheint nicht müde zu sein: aufmerksam schlängelt er sich um uns rum, in der Hoffnung einen herabfallenden Keks zu finden. Abenteuerlich wird es als wir auf die Brücken rund um Dinis Cottage zusteuern, bei dem wir erst am Tag zuvor unsere Pause verbracht haben. Die niedrige Wasserstand, oder unser Gewicht, oder auch beides, lässt uns doch noch einmal aus dem Boot aussteigen, bevor wir wieder vollständig – und ohne den Boden zu berühren – bis zum Endziel schippern. Mit den Gedanken bereits beim Dinner und halb im Bett, rüttelt uns dann die Ansage unseres Reiseleiters wach: wir können nicht direkt am Ufer in der Nähe unseres Hotels anlegen, sondern müssen einen Umweg über das Ross Castle in Kauf nehmen. Sprich etwa eine Stunde Fußweg ontop. Nach fast 18 km Strecke samt Bergaufstieg ist entsprechend niemand wirklich begeistert, doch laufen wir alle brav weiter. Vielleicht liegt es an der Aussicht auf „wanderfrei“ am nächsten Tag.

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3. Tag: Ausflug nach Dingle & Blasket Islands

Dingle & Blasket IslandHighlights: Dingle, Dingle Bay, Inch Beach, Dunquin, Blasket Island , Great Blasket, Slea Head Drive

Heute ist unser wanderfreier Tag! Zur Auswahl stehen mehrere Ausflugsideen in die nähere Umgebung. Aufgrund des blendenden Wetters entscheiden wir uns gemeinsam für eine Fahrt nach Dingle samt Schifffahrt zu den Blasket Islands. Das ist auch für Reiseleiter Thomas ein Highlight, so lässt das Wetter es nicht allzu oft zu die verlassene Insel besuchen zu können. Für die Tour chartern wir extra einen Bus, mit dem wir – recht abenteuerlich über Irlands kurvige Straßen – Richtung Dingle fahren. Zur Abwechslung ist es auch mal ganz schön die Landschaft vom Bus aus auf sich wirken zu lassen. Noch schöner ist unser erster Stopp auf Dingle, bei Inch Beach. Endlich Meer und Strand! Wie neugierige Kinder laufen wir den Wellen entgegen und verteilen uns für einen Moment – jeder für sich – über den Strand. Der strahlend blaue Himmel, das Rauschen des Meeres und die Berge von Kerry im Hintergrund machen diesen Ort so besonders. Bei unserem zweiten Stopp, Dingle Stadt, machen wir eine Stunde lang Pause, so dass sich jeder in Ruhe umschauen kann. Nach ausgiebigem Stöbern im Dingle Music Shop, stelle ich mir mein Lunch im Supermarkt zusammen und gönne mir zum Abschluss ein Eis bei Murphy´s. Das ist nicht nur unglaublich lecker, sondern auch mit ausschließlich regionalen und natürlichen Zutaten hergestellt. Sehr probierenswert: das Sea-Salt- und das Guinness-Eis. Als nächstes erwartet uns ein – für mich absolutes – Highlight unserer Tour: ein Besuch der Blasket Islands. Über den Slea Head Drive, vorbei an weiteren imposanten Buchten, erreichen wir Dunquin, von wo aus wir mit einer kleinen Fähre zu Great Blasket, der größten Insel der Blasket Islands, übersetzen werden. Etwas mulmig ist mir schon, als ich mir den Wellengang etwas genauer anschaue. Doch siegt die Neugier über die Angst, und schon sitzen wir nebeneinander in Schwimmwesten gepackt auf dem schaukelnden Boot, mitten im Atlantik. Nach der etwa 20-minütigen Überfahrt ist das Bootsabenteuer noch nicht ganz beendet: in 2 Gruppen geteilt müssen wir kurz vor dem Anlegesteg ins Schlauchboot wechseln, um an Land kommen zu können. Festen Boden unter den Füßen, mache ich innerlich erst mal drei Kreuze. Doch die schauklige Überfahrt hat sich mehr als gelohnt: die leuchtend grüne Insel ist umrahmt von klar türkisfarbenem Wasser. Nur das Grau der zerfallenen Steinhäuser und der weiße Sandstrand unterbrechen diese Farbenpracht. Den Spuren irischer Geschichte folgend, erkunden wir das verlassene Dorf, welches noch bis 1963 bevölkert war. Erst in jenem Jahr siedelten die Inselbewohner endgültig zum Festland über, nachdem einer ihrer jüngsten Einwohner – Anfang 20 – an den Folgen einer Gehirnhautentzündung starb. Lediglich der raue Seegang und die unterbrochene Funkverbindung zum Festland, hatten seine Rettung verhindert. Bis dahin lebte auf Great Blasket eine kleine Gemeinschaft, in einfachen, teilweise noch traditionellen Verhältnissen. Zeichen ihrer Zeit finden wir in Form ihrer zerfallenen Häuser und mit Gras überwachsenen Mauern, die die Felder von Vieh beschützen sollte. Schafe gibt es hier noch immer, sowie drei Esel, die sich in aller Ruhe fotografieren lassen. Der Strand von Great Blasket ist nicht nur traumhaft, sondern einzigartig: nah dem Ufer schwimmen etwa 20 Seelöwen, die ihre Köpfe neugierig aus dem Wasser strecken. Gerne würden wir uns das Naturschauspiel noch länger anschauen, doch drängt langsam die Zeit. Um 17 Uhr geht die letzte Fähre zurück zum Festland, und wer dann nicht pünktlich am Steg steht, der bleibt zurück. Basta. So wunderschön Great Blasket Island auch ist, in den Genuss einer Nacht im Freien möchte ich hier nicht unbedingt kommen.

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4. Tag: Auf dem Bergkamm nach Waterville

Auf nach WatervilleHighlights: Post Office, River Inny, Waterville, Lough Currane, Butler Arms Hotel, Charlie Chaplin

Für den Rest unserer Reise verlassen wir an dem heutigen Tag Killarney und fahren Richtung Südspitze Kerrys. Während das Gepäck zu unserer nächsten Unterkunft – dem Butler Arms Hotel – in Waterville transportiert wird, wandern wir dem Städtchen auf einem Bergkamm entgegen. Unsere Tour beginnt mitten im Nirgendwo an einem verlassenen Post Office, an dem sich Einige unserer Gruppe tatsächlich trauen ihre Postkarten einzuwerfen. Auf den Bergkamm von 280 Metern geht es steil bergauf. Den einen wanderfreien Tag merke ich jetzt in meinen Beinen. Einer weiteren Teilnehmerin aus der Gruppe geht es ähnlich, nur weit aus schlimmer: ihr Bein streikt an diesem Tag. Reiseleiter Thomas versucht sein Bestes, um den Krampf aus ihrer Wade zu lösen und ihr Mut für den Rest der Tour zu machen. Kurzer Hand und ohne lange zu überlegen, bieten weitere Gruppenmitglieder ihrer Hilfe an und tragen den Rucksack abwechselnd bis zur Endstation in Waterville. Auf dem Bergkamm geht es schnurstracks geradeaus, parallel zum im Tal fließenden River Inny, immer wieder mit großartiger Sicht über die Atlantikküste und den Lough Currane. Auf unserer Reise sind wir auch öfter auf einheimische Tiere gestoßen. So auch an diesem Tag. Beim Abstieg des Berges und auf dem Weg nach Waterville laufen wir zunächst quer über eine Schafswiese, als uns mittendrin ein Pferd neugierig anschaut. Doch nicht genug, wenige Meter weiter bleibt ein Teil der Gruppe unsicher stehen bis Reiseleiter Thomas eintrifft. Der Grund: eine Herde Bullen steht mitten auf unserem Weg. Während wir Pläne schmieden wie wir dieser bedrohlichen Situation entkommen könnten, hat Thomas die Lösung: „Einfach zusammen durchlaufen. Los!“ Uns bleibt nichts anderes übrig als ihm zu folgen, und zwar zügig. Nach diesem kleinen Abenteuer begrüßt uns, diesmal freudig, ein weiterer Einheimischer. Aus einem Haus am Wegesrand kommt ein fröhlich wedelnder Golden Retriever angedackelt und gibt uns schnell zu verstehen, dass wir ihn kraulen sollen. In Waterville angekommen, setzt sich das Hundespielchen an der Promenade fort. Die Zeit bis zum Abendessen in dem urigen Strandhotel nutzen wir alle unterschiedlich. Ich spaziere dem Sonnenuntergang entgegen auf den Spuren Charlie Chaplins, der zu Lebzeiten gerne und oft seine Urlaube in dem Städtchen verbrachte. Ich kann ihn sehr gut verstehen…

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5. Tag: Von Waterville nach Caherdaniel auf dem Kerry Way

Wandern entlang der Derrynane BayHighlights: Waterville, Caherdaniel, Kerry Way, Ring of Kerry, Coomakista, Derrynane, Derrynane Bay, Derrynane Hotel

Ein letztes Mal wechseln wir die Unterkunft und wandern heute dem Derrynane Hotel entgegen, der gleichzeitig letzten Station unserer Tour. Das Gepäck wird wieder separat transportiert, so dass wir erneut nur mit einem leichten Tagesrucksack laufen können. Trotz des Regens in der Nacht breitet sich am Vormittag erneut die Sonne aus. Bevor wir auf den Kerry Way einsteigen, besichtigen wir noch ein historisches Steinfort und lassen uns von Reiseleiter Thomas die Geschichte der Kartoffelpest erzählen. Nachdenklich über das irische Volk, das immer wieder Niederlagen erlebt hat, staune ich über die eindrucksvolle Landschaft, in der diese Niederlagen unter anderem stattgefunden haben. Welch ein Kontrast. Während Autos und Busse den Berg auf dem „Ring of Kerry“ umrunden, erklimmen wir ihn auf direktem Weg. Oben an der Straße angekommen, teilt sich unsere Gruppe, bis zum nächsten Stopp am Café. Ich gehe auf der etwas leichteren Strecke, an der Straße entlang und erlebe für einen Moment wie es ist Bustourist zu sein. Auf dem Parkplatz bei Coomakista bietet sich ein traumhafter Blick über die Derrynane Bay. Im Unterschied zu denen, die hier nur kurz für ein Foto anhalten, weiß ich, dass wir bis nach unten zu dieser Bucht wandern und den weißen Sand berühren werden. Ein schönes Gefühl. Nach unserer Mittagspause treten wir den Weg zur Derrynane Bay dann auch an. Reiseleiter Thomas war zuvor auch noch nicht an diesem Ort und ist um so mehr froh, als er den Einstieg dahin findet. Somit laufen wir ein weitaus schöneres Stück als über den üblich geplanten Kerry Way, was unsere heutige Strecke jedoch auf etwa 20 km anhebt, wie sich später herausstellt. Als wir die Derrynane Bay erreichen wird mir schnell klar: das ist mein persönlicher Favorit auf unserer Tour! So eine einzigartige Bucht habe ich bisher noch nicht gesehen. Je weiter wir laufen, desto mehr verwinkelte Buchten, Strände und kleine Häfen entdecken wir. Das Wasser leuchtet in unterschiedlichen Farbtönen von hellem Türkis bis dunklem Blau. An einem der Strände mit angrenzendem Friedhof, auf dem die alte Kirche von Caherdaniel steht, halten wir für eine kurze Pause an. Mehr als eine ¾ Stunde bleibt uns leider nicht, da wir zeitig zum Abendessen im Hotel sein müssen und noch etwa eine Stunde Fußmarsch vor uns liegt. Umso intensiver versuche ich diesen Moment festzuhalten und knipse ein Foto nach dem anderen. Doch es nützt alles nichts, wir müssen weiter. Aber ich verspreche mir selbst hierher ein anderes Mal wiederzukommen.

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6. Tag: Wanderung hoch zum Eagles Hill

Hoch auf den Eagles HillHighlights: Caherdaniel, Eagles Nest, Eagles Hill, Sugarshak Cakery

Ein letztes Mal den Tagesrucksack packen, die Schuhe festschnüren und Wanderluft schnuppern. Zum Abschluss unserer Wandertour geht es noch einmal hoch hinaus zum Egales Hill auf etwa 550 Höhenmeter. Wir starten direkt vom Hotel aus und kaufen im lokalen Shop in Caherdaniel ein, der sich als wahres Sammelsurium entpuppt. Wie in einer Art Tante Emma Laden findet man hier zwischen regionalem Gemüse, frischen Croissants und Olivenöl Sonnencreme, Postkarten und vielerlei weiteren Schnickschnack. An der Hauptkreuzung in Caherdaniel steigen wir ein in den Wanderweg, einem alten Butter Weg. Schwer vorzustellen, dass hier Butter von Ort zu Ort transportiert wurde, so steil und steinig geht es bergauf. Gleich zu Anfang steigen wir über eine doppelseitige Leiter, welche wiederum über ein Tor ragt, was wir im Laufe der Tour noch einige Male machen werden. Die Tore und Zäune grenzen die freilaufenden Schafe ein. Als würde hier nie eine Menschenseele vorbei laufen, blicken sie uns immer wieder überrascht an. Zücken wir schnell genug unsere Kameras, kriegen wir im besten Fall diesen Moment der Verwunderung auf ein Foto; im schlechtesten Fall eben nur ein Schaf von hinten. Noch einmal in diesem Jahr blüht der Ginster soweit das Auge reicht, ganz so wie im Frühjahr. Zum Berg hin löst sich der Wanderweg immer mehr auf, so dass wir ihn fast selbst bestimmen müssen. Auf den Berg soll es gehen, doch ist der Einstieg nicht ganz klar. Schließlich erklimmen wir den Berg mal direkt geradeaus, mal im Zickzack, je nachdem was die persönliche Kondition hergibt. Ich laufe im Zickzack und ganz hinten. Entsprechend schlecht ist meine Laune… heute macht das Bergsteigen nicht so viel Spaß. Auch das Wetter kann meine Laune in diesem Moment nicht heben: mal scheint die Sonne, mal nieselt es, durchweg weht ein kräftiger Wind. Es bleibt mir nichts anderes übrig als die Zähne zusammenzubeißen, auf den Boden zu schauen und mein eigens Lauftempo zu finden. Kaum bin ich drin, bin ich auch schon oben. Die weite Sicht, kurz unter den Wolken, ist die Belohnung. Bis hin zur Derrynane Bay und den weißen Stränden kann man blicken, was mich wieder fröhlicher stimmt. Auf dem Weg nach unten finden wir eine etwas windstillere Nische für unsere Mittagspause. Wie abgesprochen kommt dann auch wieder die Sonne raus, was mich prompt in einen Mittagsschlaf fallen lässt. Auch das letzte Stück Weg laufen wir zügig, mittlerweile in einem gut eingespielten Gruppentempo. Angekommen in Caherdaniel, gönnen wir uns zum Abschluss unserer letzten Wanderung ein köstliches Stück selbst gebackenen Kuchen samt Kaffee in der Sugarshak Cakery. Idyllisch sitzen wir unter großen Bäumen am Wegesrand, schlürfen Mocca und essen Carrotcake mit Cream. Kann es einen süßeren Abschluss für eine anstrengende Wandertour geben?

Mein Fazit

Gelungen ist die Tour mit Highländer-Reisen allemal: wir haben einige der schönsten Ecken Kerrys entdeckt, sind immer mitten durch die Natur gewandert, hatten Ruhe dort wo man sie suchte, bekamen auch persönliche Infos von unserem Reiseleiter über Irland und hatten viel Spaß in der Gruppe. Man muss dazu sagen, dass sich das Wetter in der Woche von seiner besten Seite gezeigt hat und auch die Gruppe harmonisch gemischt war. Das ist zwar kein Garant, aber doch eine wichtige Voraussetzung für eine gelungene Reise. Außerdem fand ich es sehr angenehm einen Reiseleiter zu haben, der uns neben den allgemeinen Fakten auch persönliche Anekdoten und Hintergründe über Irland erzählen konnte. Auf die Art bekamen wir ein ganz eigenes Bild von dem Leben auf der Insel, damals wie heute. Auch konnte ich mein Wissen über irische Musik erweitern, was mich persönlich sehr gefreut hat.

Aus meiner Sicht ist eine organisierte Gruppenreise gut geeignet für Irland Einsteiger und alle jene, die sich nicht mit den Details der Planung aufhalten möchten. Bei unserer Reise war an alles gedacht, so dass man sich keine Gedanken um Details wie Unterkunft, Transfer und kulinarische Versorgung machen musste. So konnte man sich voll und ganz auf das Wandern konzentrieren und das Land mit all seinen Eindrücken wirken lassen. Wer Irland allerdings etwas direkter und persönlicher erleben möchte, der kann sich ins Abenteuer stürzen und die grüne Insel auf eigene Faust erkunden. Neben einigen Fernwanderwegen, wie dem genannten Kerry Way, gibt es zunehmend gut ausgebaute Kurzwanderwege. Hierbei sollte man aber auf irische Gemütlichkeit gefasst sein – gerade was die Transportmöglichkeiten angeht – und sich auf einfache Unterkünfte im Hostel einstellen, wenn man aufs Budget achten möchte.

Kerry ist eine besonders vielseitige Wanderregion in Irland. Hier kann man auf einer überschaubar großen Fläche einsame Strände, raue Berge, liebliche Täler als auch typisch irische Städtchen und geschichtliche Stätten erleben. Als Reisezeit würde ich allerdings die Nebensaison empfehlen, da in der Hauptsaison Kerry von zahlreichen Touristen – samt Bussen – heimgesucht wird. Auch wenn diese die Straße vorziehen, wird man nicht an allen Orten die schön irische Ruhe vorfinden wie bei unserer Reise Anfang September.

Während, als auch nach meiner Reise mit Highländer-Reisen, beschäftigt mich die Frage, was ich persönlich als besser empfinde: individuell reisen oder organisiert in der Gruppe? Wie ich vermutet habe, kann ich diese Frage nicht eindeutig beantworten, eher die Vor- und Nachteile abwägen. Da ich schon recht oft nach Irland gereist bin und mich hier fast heimisch fühle, reizt mich vor allem die persönliche und tiefgründige Seite Irlands zu entdecken. Bei einer Individualreise habe ich das Gefühl, mehr mit den Einheimischen in Kontakt zu kommen und auf eigene, spezielle Interessen – wie z.B. Irish Folk Music – eingehen zu können. Das was man erlebt ist mehr dem Zufall überlassen und bietet dem Abenteuer ausreichend Schlupflöcher. Auf der anderen Seite konnte unser Reiseleiter mir einige spezielle Fragen treffend beantworten, vielleicht sogar besser, als wenn ich mich alleine auf die Suche nach der Antwort gemacht hätte. So habe ich nun zum Beispiel ein genaueres Bild von der aktuellen wirtschaftlichen Lage und dem Leben in Irland sowie eine konkrete Idee davon, wie ich im nächsten Schritt am Besten mein Vorhaben Tin Whistle zu lernen angehe. Außerdem habe ich Ecken in Kerry entdeckt, die ich alleine wahrscheinlich ausgelassen hätte, wie zum Beispiel den Aufstieg des Torc Mountain bei Nebel. In der Gruppe waren solche Strecken definitiv einfacher und schöner.

Für die Zukunft kann ich mir sehr gut vorstellen mit Highländer-Reisen Regionen in Irland zu erkunden, die ich noch nicht oder nur wenig kenne, wie z.B. Donegal und Connemara. Dadurch hätte ich dann schon mal einen guten Überblick über die jeweilige Gegend und könnte sie danach auf eigene Faust und im Detail entdecken. Also auch für mich ein perfekter Einstieg für ein Land, das ich dachte schon sehr gut zu kennen.

Highländer-Reisen

Highlaender-Banner-Extern_24jul13Herzlichen Dank an Highländer-Reisen für die Einladung zu dieser Reise samt gelungener Betreuung und Organisation. Seit über 20 Jahren spezialisiert sich das inhabergeführte Reiseunternehmen aus Köln auf Aktivreisen in Irland und Schweden. Dabei werden vor allem geführte Wander- und Radreisen, Rundreisen per Bus als auch die „Activity Week“ angeboten. Man reist in kleinen Gruppen und kann alle Touren individuell miteinander kombinieren. Mehr Infos über Highländer-Reisen findet man hier: www.highlaender-reisen.de

 

 

 

 

 

 

 

 

9 Kommentare

  1. Liebe Daniela!

    Den Reisebericht von dir finde ich einfach SUUUPER!!! Du beschreibst mit total schönen Worten, diese Tour so anschaulich, als wäre man selber dort.

    Ist aber auch eine schöne Reise, ich kenn sie gut. Hatte aber mit der Überfahrt auf die Blaskets noch nie wirklich Glück. Die Fähre ist leider nicht gefahren.

    Ich wünsche dir weiterhin schöne Reisen und noch viele schöne Wandertouren in Irland.

    GLG Birgit Eder

  2. Danke liebe Birgit für Deine schmeichelhaften Worte!

    Das schönste am Schreiben ist, wenn man das Gefühlte transportieren authentisch kann. Und so wie Du schreibst, ist mir das glücklicherweise gelungen. Wobei ich sagen muss: live vor Ort ist es noch 1000mal schöner 🙂

    Die Fahrt auf die Blasket Islands war wirklich ein Traum, und ein Glücksfall! Die Sonne war an diesem Tag von Anfang an auf unserer Seite und auch die Bootsüberfahrt konnte man ganz gut aushalten. Dort angekommen war es, als wären wir mal eben in einen andere Zeit zurück gereist; soviel Geschichte weht durch die zerfallenen Häuser auf der verlassenen Insel. Wie besonders dieser Ort ist, habe ich ein paar Tage später noch einmal in einer Buchhandlung in Ennis erlebt. Als ich dort in den Bücherregalen stöberte, entdeckte ich ein Buch über die Blasket Island. Neben der Geschichte, wurde dort auch Bilder der ehemaligen Bewohner und des Lebens dort abgebildet. Und wir waren dort! Alles sah damals genau so aus wie es jetzt ist, nur ohne Menschen und ohen Dächer auf den Häusern. Absolut faszinierend 🙂

    Ich wünsche Dir auch weiterhin frohes Reisen, und danke Dir für die tollen Bilder, die Du u.a. von Irland gemacht hast! Ich habe mich gerade mal durch Deine Facebook-Seite geklickt und könnte gleich wieder los auf die grüne Insel!

    Viele liebe Grüße,
    Daniela

  3. Also soweit ich es beurteilen kann/darf, nachdem ich mir nun einige Deiner Reiseberichte durchgelesen habe, kannst Du das überaus gut mit dem „Gefühle transportieren“ ;)!
    Sogar so gut, dass in mir eine unheimliche Sehnsucht nach Irland aufkommt.

    War immer eines meiner Ziele mal nach Irland zu reisen und dank deiner Berichte kann ich mir nun auch ein gutes Bild davon machen wohin es sich lohnen würde.

    Daher…vielen vielen Dank und weiter so ;)!!
    Beste Grüße,
    Flori

  4. Auch von mir ein ganz ganz dickes Lob für den tollen Bericht, liebe Daniela. Erlebe es selten dass jemand so ausführlich, intensiv und emotional bloggt 🙂 Und Danke auf für die tollen Bilder.

  5. Danke Flori, das freut mich natürlich sehr 🙂

    Genau so wie ich es geschrieben habe, war es auch, mit all den Höhen und Tiefen. Ich bin sehr gespannt, wenn Du Deine Reise dahin antrittst, wie das Land und die Menschen auf Dich wirken. Hast Du schon eine Idee wohin Du reisen wirst? Und dann auf eigene Faust oder als Gruppe?

    Viele Grüße,
    Daniela

  6. Dir auch eine großes Dankeschön, Jochen! Ein schönes Gefühl auf die Art aufzufallen 🙂 Bis dahin alles Gute & auf viele neue, emotionale Reisen

  7. Hallo Daniela,
    bei der Suche nach einer Wandertour durch Irland bin ich auf deinen Blog gestoßen. Ich frage mich ob man auch auf eigene Faust die Wanderwege Irlands erkunden kann? Du hast ja erwähnt dass du einige Reisen selber gestaltet hast. Hast du ein paar Tipps für mich welche Wege am besten sind und ob man auch Campen kann?

    Deine Blogs sind super zu lesen, mach weiter so 🙂

    Liebe Grüsse
    Julia

  8. Huhu liebe Julia,

    zunächst einmal vielen lieben Dank für das Lob!

    Ich versuche immer möglichst persönlich und authentisch zu schreiben. Daher freue ich mich mich ganz besonders, wenn diese (meine) Art des Schreibens gut ankommt.

    Entschuldige wenn ich erst so spät schreibe: morgen geht es wieder nach Irland (juhu!) und so war ich den letzter Zeit ganz schön beschäftigt mit vorbereiten und Arbeit-weg-arbeiten. Jetzt aber in aller Ruhe 🙂

    Ich persönlich finde den Wicklow Way in Irland am Besten ausgeschildert und so angelegt, dass man ihn gut alleine „auf eigene Faust“ bewandern und die Wanderung dort selbst gestalten kann. Nah an Dublin gelegen gelingt der Einstieg und Rückweg recht einfach. Dem Weg folgend gibt es nach jeder Tagesetappe (im Schnitt 15-20 km) eine Unterkunft, auch günstige Hostels. Dort bietet es sich auch zu campen, denn dann hast Du Sanitär-Anlagen und Küche/ Essen gleich nebenan. Ansonsten gibt es auf dem Wicklow Way insgesamt 3 Hütten (so genannte Gaps), unter denen man Schutz findet und super in der wilden Natur campen kann.

    Schau mal hier hab ich alle wichtigen Infos, auch Reiseführer & Kartenmaterial, in meinem Blogartikel über den Wicklow Way zusammengestellt: http://www.landlinien.de/category/irland/wicklow-way/

    Morgen geht es dann bei mir erst nach Dublin, danach zum wandern nach Donegal. Ich bin mal gespannt wie es sich dort wandern lässt, und halte meine Augen gerne für Dich mit offen. 🙂

    Alles Gute & bis bald
    Daniela

  9. Pingback: Auf dem Burren Way durch die Steinwüste Irlands | Landlinien Outdoor-Reiseblog

  10. Vielen Dank für den tollen Bericht! So konnte ich meine Eigene Reise noch einmal neu erfahren. Auch ich bin als Teenager mal den Wicklow Way gelaufen und im Sommer hat es mich auf den Kerry Way verschlagen.

    Leider habe ich die gesamte Strecke nicht geschafft. Ich bin mit 20 Kg Gepäck (Verpflegung und Zelt) gelaufen. Vielleicht hätte ich mich auch eher einer Reisegruppe anschließen sollen. So ganz alleine war das schon eine besondere Erfahrung.

    Ich habe auch ein paar Impressionen für euch, gerade den Nationalpark solltet Ihr wiedererkennen 😉

  11. Ach wie cool: einige Ecken hab ich sogar wieder erkannt im Video! Und was für ein Glück Du hattest mit dem Wetter? Da soll einer mal sagen Irland wäre verregnet… 20 kg sind aber echt too much, gerade wenn es auch mal bergauf geht. Seitdem ich mich mit meinem Backpack 10 Tage lang auf den South West Coast Path förmlich gequält habe, packe ich seitdem bewusst viel viel weniger ein oder lasse das Gepäck auch mal transportieren, wie auf dem Wicklow Way. Das ist zwar nicht die feine Abenteurer-Art, aber mein Rücken hat´s mir gedankt 🙂

    Hast Du denn schon neue Pläne für die nächste Wander- oder Irlandtour?

    Liebe Grüße aus Köln
    Danni

  12. Ja ich habe eben Essen für 10 Tage mitgenommen. Das war vielleicht etwas übertrieben. Aber irgendwie macht es mir auch spaß mit viel Gepäck durch die Gegend zu ziehen.

    Den Wicklow Way bin ich mit 16 Jahren mal gelaufen. Das war auch eine tolle Erfahrung. Über den Kerry Way habe ich jetzt auch mal geschrieben. Teil 1 ist schon fertig:

    http://vega-bund.de/einsam-auf-dem-kerry-way-teil-1/

    Ich tendiere im Moment zu Thailand, um von da aus dann ein bisschen Asien unsicher zu machen. Ansonsten warte ich mit dem Anderen eher wieder bin zum Sommer. Norwegen oder Schweden würden mich reizen.

    Liebe Grüße aus Koblenz und frohe Weihnachten!

    Johannes

  13. Nick Reiter

    Ach wie witzig: wir sind im Januar auch in Thailand!!! Bin gerade dabei die Packliste fertig zu machen. Wann hast Du denn geplant zu fahren?

  14. Haha lustig. Bei mir gibt es allerdings eine Kleien Planänderung. Ich vom 11. Januar in Indien um an einer Joglier convention teilzunehmen. Danach gehts nach Sri Lanka und von da aus dann erst nach SOA =). Bist du dann noch da?

  15. Wie aufregend! Wir sind bis 5.2. in Thailand und den größten Teil sehr wahrscheinlich auf Koh Phangan. Aber: man weiß ja nie was noch so passiert 🙂 Eine schöne Reise Dir!

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