Ruhe tanken auf Koh Mook
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Ruhe tanken auf Koh Mook

Ein Inselparadies mitten in der Andamanensee

Als mir damals Nick von Thailand vorgeschwärmt hat, habe ich mir dieses Land in Gedanken wie ein kleines Paradies mit türkisfarbenem Wasser und mit Palmen verzierten Stränden vorgestellt. Jeden Tag nur barfuß laufen, ein dünnes Kleidchen am Körper und einen Strohhut auf dem Kopf. Von morgens bis abendsin der Hängematte liegen und die Zeit verstreichen lassen. Fast schon ein kitschiges, unwirkliches Bild… dachte ich, bevor ich Koh Mook kennen lernte.

Koh Mook

Koh Mook oder Ko Muk genannt, ist eine etwa 7,5 Quadratkilometer kleine Insel vor der Küste der Provinz Trang in der südlichen Andamanensee. Die Insel gehört zum Hat Chao Mai Nationalpark, und mit sehr viel Glück kann man hier die quirligen Dugongs beobachten, eine seltene Seekuhart, die fast nur noch hier existiert. Die meisten Touristen besuchen die Insel nur für ein paar Stunden während eines Tagesausfluges, um in die Emerald Cave an der Westküste hinein zu schwimmen. Zu kurz finden wir, denn die kleine Insel hat weitaus mehr zu bieten für alle, die Ruhe und Erholung suchen.

Eine kinderreiche Insel

Die Insel ist so groß bzw. so klein, dass man sie einfach zu Fuß erkunden kann. Etwas schneller und weiter kommt man allerdings mit dem Fahrrad, das man vor Ort für umgerechnet etwa 2,50 Euro am Tag ausleihen kann. Autos sucht man vergeblich, dafür tuckern einige Roller über Koh Mook. Der Beiwagen dient gleichzeitig als Taxi und Transportfläche. Mit der Zeit kennt man sich, da es nur eine Hauptstraße und so gesehen ingesamt nur zwei Wege auf der Insel gibt. Zu unserem Erstaunen düsen nicht nur die erwachsenen Einheimischen per Roller, sondern auch die Kinder. Kaum mit den Füßen den Boden berührend, flitzen sie oft barfuß alleine, zu zweit oder auch zu dritt über das kleine Eiland. Überhaupt fallen uns auf Koh Mook die vielen Kinder auf. Egal wo wir lang spazieren oder verweilen, es spielt immer ein Grüppchen Kids neben uns. Da kommt es nicht selten vor, dass man neugierig angesprochen oder angestarrt wird. Einmal schlendern wir abseits vom Zentrum vorbei an den einfachen Wellblechhütten der Einwohner. Als uns am Straßenrand zwei kleine Mädchen entdecken, stupst die Ältere die Jüngere mit großen Augen an und zeigt auf uns. Die Kleine springt daraufhin aufgeregt auf, läuft zu einem Strauch, pflückt ein Blümchen und schenkt es mir mit einem breiten, stolzen Grinsen. Diese Momente machen Thailand unvergesslich.

Wir werden tierisch früh wach…

Unsere Unterkunft liegt nur wenige Meter vom Pier entfernt in einer gepflegten gartenartigen Anlage. Die Bungalows des Mook Ing Lay sind sauber und zweckmäßig eingerichtet. Es ist alles da, was man braucht. Kurz nach unserer Ankunft schleicht ein anfangs scheuer Hund um unseren Bungalow, um neugierig mit uns in Kontakt zu treten. Als er sich dann endlich von mir angelockt auf unsere Terrasse traut, macht er es sich dort gleich für ein Schläfchen gemütlich. Froh über diese tierische Gesellschaft genieße ich den ersten Tag auf der Terrasse. In der folgenden ersten Nacht schlafen wir bei offener Terrassentür, die nur durch eine zweite Tür mit Fliegengitter verschlossen ist. Frische Luft, das Rauschen des Meeres und das Zirpen der Vögel ziehen sanft an uns vorbei. So lässt es sich herrlich schlafen. Doch um 5 Uhr schrecke ich wie aus einem Alptraum auf, geweckt von einem furchtbaren Schreien. „Was ist das für ein Geräusch?“ frage ich Nick, der mittlerweile auch erschrocken aufgewacht ist. Wie eine Sirene, direkt vor unserer Tür. Der Hund! Wir brauchen ein paar Minuten, um zu checken, was hier los ist. Jeden morgen um 5 Uhr ruft der Muezzin aus der Ferne zum Gebet zum Leidwesen der Hunde. Diese stimmen, wie wir die folgende Tage bestätigen können, jeden morgen im Chor mit ein und jaulen, als gäbe es kein Morgen. Besonders unser neuer Freund, der seinen Beitrag aus freiem Herzen direkt vor unserer Terrassentür zum Besten gibt, scheint besonders jaulbegabt zu sein. Von da an lassen wir die Tür lieber über Nacht zu.

Koh Mook - unser neuer Freund
Unser neuer Freund auf Koh Mook

Im Ortszentrum von Koh Mook

Von unserer Unterkunft aus erreicht man nach wenigen Schritten schon das Dorfzentrum, das nur aus ein paar Restaurants, Minimarkets und ein paar anderen kleinen Lädchen besteht. Für die Dinge des täglichen Bedarfs bekommt man hier alles Wichtige, auch eine Apotheke und ein kleines Krankenhaus gibt es hier. Weiterhin sind hier auch ein paar Reisebüros, in denen man Tagesausflüge oder Transfers buchen kann. Was es auf der ganzen Insel nicht gibt, ist ein Geldautomat oder eine Wechselstube. In einigen wenigen Resorts kann man mit Kreditkarte bezahlen, was mit einer zusätzlichen Servicegebühr belastet wird.
UNSER TIPP: Man sollte also möglichst genug thailändisches Bargeld mit auf die Insel nehmen!

Fantastisch Fisch essen

Wir können in den paar Tagen natürlich nicht alle Restaurants der Insel testen, aber die meisten, die wir besuchen, sind preiswert und lecker. Ganz besonders empfehlen können wir dabei das Good Luck Restaurant, das etwas außerhalb nördlich des Dorfkerns liegt. Hier essen wir uns gleich an vier Abenden quer durch die ganze Speisekarte. Alles ist so köstlich, dass man sich am liebsten hineinlegen möchte. Noch dazu ist das Besitzerpärchen so herzlich und freundlich, dass wir uns hier rundum wohlfühlen. Und auch wenn wir nur fünf Minuten zu Fuß entfernt wohnen, bestehen die beiden jeden Abend darauf, dass der Mann uns mit dem Sidecar noch bis nach Hause fährt.
UNSER TIPP: der Glasnudelsalat mit Meeresfrüchten

Die Insel erkunden mit dem Rad & dem Kajak

Um sich ein wenig umzuschauen, lohnt es sich, ein Fahrrad auszuleihen. Damit kommt man in kurzer Zeit an fast jeden Ort der Insel. Neben den beiden großen Stränden an der Ostküste gibt es im Süden den wunderschönen Charlie Beach, den man mit dem Fahrrad bei gemütlicher Fahrt in einer viertel Stunde erreichen kann. Eingerahmt von riesigen, grün bewachsenen Kalksteinfelsen wirkt der Strand mit seinem weißen Pudersand und türkisblauem Wasser wie auf einer Fototapete. Ein paar Palmen und Schraubenbäume spenden Schatten.
Kosten fürs Fahrrad: 100 Baht pro Tag und Person

Am Charlie Beach leihen wir uns ein Kajak und paddeln über das Meer an der Emerald Cave vorbei bis zum Sabai Beach. Hier können wir bereits vom Kajak aus viele Korallenfische durch das glasklare Wasser beobachten. Die Emerald Cave lassen wir aus, da uns dort schon vor dem Eingang viel zu viele Ausflugsboote liegen. Wie voll mag es dann wohl in der Höhle sein? Auch den Tipp des Verleihers im Kajak zu bleiben, nehmen wir dankend an, denn sobald man am Strand anlegt und das Festland betritt sind, ist Eintritt für den Nationalpark fällig. Für ungeübte Kajakfahrer (als die wir uns bezeichnen würden) ist die Paddelei auf dem welligen Meer schon recht anstrengend. Auch die Koordination untereinander, wenn man in einem Zweierkajak sitzt, erfordert ein wenig Übung.
Kosten: 100 Baht pro Stunde und 2er Kajak

Schnorcheln auf der Nachbarinsel Koh Kradan

Wenn man einen Tagesausflug machen möchte, lohnt es sich, die Angebote der unterschiedlichen Reisebüros zu vergleichen. Die Preise, Leistungen und Dauer der Touren unterscheiden sich teilweise erheblich. Wir gönnen uns einen knapp 5-stündigen Bootsausflug für 500 Baht pro Person nach Koh Kradan, um zu schnorcheln. Koh Kradan ist kleiner als Koh Mook, und es gibt auch kein Dorf oder Geschäfte, geschweige denn Straßen. An der Südostküste erstreckt sich ein traumhafter weißer Palmenstrand mit türkisblauem, kristallklarem Wasser und einem vorgelagerten Korallenriff. Hier gibt es auch ein paar Resorts und Restaurants. Das war es dann aber auch mit Infrastruktur. Koh Kradan ist die perfekte Trauminsel, wenn man nichts haben möchte außer Sonne, Strand und Meer. Zum Schnorcheln eignet sich das Riff hervorragend, denn es ist direkt vom Strand aus erreichbar und vor allem in einem guten gesunden Zustand, was heutzutage ja leider immer seltener der Fall ist.
Kosten: 1000 Baht für 2 Personen (halber Tag)

Unterkunft

Bei der Reiseplanung sollte man beachten, dass es auf Koh Mook nicht all zu viele Unterkünfte gibt, vor allem in Anhängigkeit davon, was man bezahlen kann. Viele gute Resorts sind schon frühzeitig ausgebucht. Wir haben daher schon rechtzeitig eine Unterkunft gesucht und sind dabei auf das „Mook Ing Lay“ in der Nähe des Hafens gestoßen. Wir waren insgesamt fünf Nächte dort, drei davon im Bungalow mit Gartenblick und zwei davon im Doppelzimmer mit Terrasse. Beide Zimmer waren sehr sauber, schön ruhig, gemütlich und ein angenehmer Rückzugsort. Das Personal wie auch die Inhaber haben uns direkt geholfen, sobald wir ein Anliegen hatten, wie z.B. ein verstopfter Abfluss. Unsere Wäsche könnten wir dort auch waschen, und zwischendurch haben sie uns oft frisches Obst gebracht. Der Garten ist traumhaft! Hier kann man die vielen bunten Vögel beobachten und singen hören. Zentrum, Pier und Strand sind zwei Minuten entfernt.
Rundum: Perfekte Lage und gerne wieder!

Anreise

Unsere Anreise erfolgt von Bangkok aus. Wir fliegen vom Flughafen Don Mueang in etwas weniger als einer Stunde nach Trang. Dort stehen Minibusse bereit, die uns in etwa einer halben Stunde zum Pier bringen, von wo aus es nochmal eine gute halbe Stunde mit dem Longtailboat zum Pier von Koh Mook geht.
Kosten: Das Kombi-Ticket für Minivan und Boot ist mit 800 Baht vergleichsweise teuer

 

Unsere Highlights auf Koh Mook

Mein Fazit

Koh Mook können wir jedem empfehlen, der auf der Suche nach einer authentischen, kleinen Insel mit viel Ruhe ist. Es gibt nicht viel zu tun, aber dennoch genau soviel, dass man es achtsam und bewusst erleben kann. Uns hat es besondere Freude bereitet, eine kleine Auswahl an Restaurants zu haben und diese alle testen zu können, ohne dabei das Gefühl zu haben, etwas zu verpassen. Auch war es sehr angenehm, ohne Autos auszukommen und die Insel per Rad zu erkunden. Bei 5 Tagen reichen die 2 Hauptstände locker aus, zumal Charlie Beach wunderschön und nicht überlaufen ist. Die Menschen haben sich ihre naive Neugier und Gelassenheit bewahrt, trotz Tsunami und trotz wiederzunehmendem Tourismus. Wer hierher reist, der hat sich die Insel bewusst ausgesucht und braucht kein Halligalli. Manchmal fühlt es sich an wie Besuch bei Freunden, so sehr ist man auf Koh Mook mittendrin im Leben der Einwohner. Und nach ein paar Tagen kennt man viele auch schon mit Namen, so dass man sich auf der Straße winkend mit Namen grüßt.

Landlinien wurde Anfang 2009 von Designerin Daniela Klütsch gegründet. In ihrer Agentur daklue beschäftigt sie sich hauptberuflich mit Kommunikation für nachhaltige Unternehmen. Wie beim Reisen spielt auch dort das Thema „Entschleunigung“ eine große Rolle. Wenig kommunizieren, dies aber bewusst, achtsam sein, mit sich selbst und seiner Umwelt… das sind Gedanken die sie Tag für Tag antreiben

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