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Top 10 Ausflüge in der Region Krabi

Mit Einheimischen auf Entdeckungstour im Süden Thailands

Die Region Krabi ist ungefähr doppelt so groß wie das Saarland und bekannt für ihre steilen grün bewachsenen Karstfelsen. Die bizarren und zerklüfteten Formen sind nahezu einzigartig auf der Welt und dienten schon oft als spektakuläre Filmkulisse. Ebenso berühmt sind die riesigen Mangrovenwälder an der Küste der Andamanensee, ein Randmeer des Indischen Ozeans. Leider hat dies auch oft dazu geführt, dass diese Orte von Touristen übermäßig stark frequentiert werden, wie zum Beispiel der Felsen von Phang Nga, bekannt aus dem James Bond Film „Der Mann mit dem goldenen Colt“, oder Maya Bay auf Koh Phi Phi, bekannt aus dem Film „The Beach“, der inzwischen wegen großen Schäden an den Korallenriffen gesperrt wurde. Thailand gehört inzwischen zu einem der meistbereisten Ländern der Welt, und für Millionen Thais und Gastarbeiter größtenteils aus Myanmar ist der Tourismus die Lebensgrundlage.

Die Regierung hat heute erkannt, dass der Massentourismus diese Lebensgrundlage aber auf lange Sicht zerstört und versucht mittlerweile auf nachhaltigeren Tourismus umzuschwenken, was langsam auch erkennbare Früchte trägt.

Bisher kannte ich in der Region nur die völlig überlaufene Touristenhochburg Ao Nang, in die ich mich vor ca. 10 Jahren mal versehentlich verirrt habe und die Provinzhauptstadt Krabi Town als Transferort. Als wir vor zwei Jahren von unserem Andamanensee-Inselhopping über Krabi zurückreisten, war Danni von den Felsformationen so beeindruckt, dass wir damals schon die Idee hatten, die Provinz Krabi näher zu erkunden. Wir planten ursprünglich zehn Tage für die Erkundung Krabis ein, daraus wurden fünf unvergessliche Wochen.

Unsere Top 10 Ausflüge in der Region Krabi

 

1. Wir entdecken den Ort Klong Muang
2. Food Touren mit Nam und Noom
3. Ao Thalane
4. Wat Bang Thon – der prachtvolle Tempel des Rama X.
5. Die schönsten Strände um Klong Muang
6. Ein Zufluchtsort für Elefanten
7. Anstrengende Bergwanderung im Nationalpark
8. Tiger Cave Tempel: 1260 Stufen bis zum Himmel
9. Tagesausflug zu den Paradiesinseln
10. Krabi Town Walking Street

1. Wir entdecken den Ort Klong Muang

Bereits von Deutschland aus haben wir viel recherchiert, wo wir wohl am besten unterkommen können und wir entschieden uns für den Ort Klong Muang, der Luftlinie etwa 20km westlich von Krabi Town liegt. Da wir uns mit Singapur nicht wirklich anfreunden können, wo wir eigentlich eine ganze Woche vorher verbringen wollten, fliegen wir drei Tage früher als ursprünglich geplant hinüber nach Krabi. Unser erleichtertes Gefühl, als uns Thailand begrüßt als käme man nach Hause, sagt uns, dass das die richtige Entscheidung war. Wir checken ein im Isle Beach Resort am Koh Kwang Beach.

Im Isle Beach Resort fühlen wir uns sofort wohl. Die Anlage ist sehr gepflegt. Ungefähr 20 Bungalows, die über Holzstege erreichbar sind, sind u-förmig in zwei Reihen angeordnet. Das Resort gleicht einem Garten mit einem kleinen Pool in der Mitte und vielen duftenden Frangipanis in verschiedenen Farben. Das Hotelpersonal ist sehr aufmerksam und hilfsbereit. Über die insgesamt fünf Wochen, die wir hier verbringen, freunden wir uns mit den Mitarbeitern an und werden jedesmal herzlich empfangen, wenn wir zum Frühstück kommen oder von einem Ausflug zurückkehren. Mit dem Hotelmanager O verbringe ich viele Abende bei spannenden Erzählungen. Ein weiterer Hotelmanager (Risot) schnappt sich jeden Morgen erstmal unseren 1-jährigen Sohn Henri auf den Arm und verschwindet mit ihm in der Küche. Henri genießt es sehr, dass alle Menschen ihm gegenüber so freundlich und offen sind.

Der Koh Kwang Beach ist etwas entfernt vom Hauptort Klong Muang und liegt entlang der Straße, die parallel zur Küste nach Tubkaek Beach führt. Der Ort ist sehr gemütlich und überschaubar. An der Strandseite der Straße befinden sich ein paar kleine Geschäfte, die Strandartikel, Mode und Accessoires verkaufen und einige kleine Resorts, Restaurants und Bars direkt am Strand. Da der Strand an der Westküste liegt, kann man hier abends wunderschön in einer Strandbar mit den Füßen im Sand den Sonnenuntergang über den vorgelagerten Inseln wie z.B. Koh Yao Noi und Koh Yao Yai genießen.

In einer der kleinen Boutiquen lernen wir sehr schnell die Besitzer Nam und Noom und ihre beiden Söhne Leo und Singhto kennen. Schnell entsteht eine enge Verbundenheit und Freundschaft, und fortan treffen wir uns fast jeden Abend vor ihrem Laden. Wir trinken und essen zusammen, während wir über das Leben philosophieren und die Kinder miteinander spielen.

2. Food Touren mit Nam und Noom

Nam und Noom erzählen uns viel über das Leben und den Tourismus in Krabi, und wie sehr die Angst vor dem Coronavirus die Touristenzahl dieses Jahr hat stark einbrechen lassen. Die Restaurants, Strände und Straßen sind meistens ziemlich leer, und leider finden sich auch nur wenige Kunden in ihrem Laden ein, was den beiden finanziell schwer zu schaffen macht. Inzwischen mussten sie ihr Geschäft sogar komplett schließen, da wegen des Corona-Lockdowns über Monate gar keine Touristen mehr im Ort waren und sie die Miete nicht mehr bezahlen konnten. Ein Schicksal, das viele Thais dieses Jahr getroffen hat.

Nam und Noom erzählen uns viel über einige ihrer Lieblingsorte, etwas abgelegener und weniger touristisch und tiefer in der Provinz bzw. im Landesinneren. Wir unternehmen mehrere Tagesausflüge zusammen und lassen uns von den beiden entführen. Noom hat Tourismus studiert und ist ein hervorragender Guide, auch sein Englisch ist ausgezeichnet.

Den ersten Ausflug machen wir zusammen in ihr Lieblingsrestaurant Khun Noi, wo man auf die Küche des Issan spezialisiert ist. Das Khun Noi liegt in einer wunderschönen Gartenanlage direkt an einem kleinen Bach. Man sitzt auf einer der schönen Terrassen mit Blick mitten in die Natur. Das wunderschöne Geschirr, auf dem die Speisen gereicht werden, kann man in dem kleinen angeschlossenen Lädchen auch kaufen.
Nam und Noom übernehmen die Bestellung von etwa sechs bis sieben Gerichten, wir lassen uns überraschen. Gegessen wird wie in Thailand üblich: Die Speisen werden auf die Mitte des Tisches gestellt und jeder nimmt sich von allem etwas. Die Gerichte sind uns allesamt unbekannt, teilweise sind es auch eigene Kreationen des Küchenchefs. Es ist alles so köstlich, dass wir uns wie im Himmel fühlen. Hinterher sind wir pappsatt, kugelrund und glücklich. Zeit für einen Kaffee.

Für den Kaffee fahren wir weiter ins fünf Minuten entfernte Baan Ton Mai Café. Das Café haben wir bei unseren Rollertouren mal im Vorbeifahren gesehen, aber als wir es betreten, sind wir doch schwer beeindruckt, denn hinter der unscheinbaren Fassade befindet sich ein kleiner Urwald. Das Café gleich einem Erlebnisdschungel mit Baumhäusern, Hängebrücken, Bambushütten, Flößen an einem kleinen Fluß und einem Swimming-Pool. Das Gelände ist so verschachtelt und zugewachsen, dass man erst nach und nach entdeckt, was es hier alles gibt. „Ach, da geht es ja auch noch weiter…“, denken wir immer wieder beim Erkunden des Cafés. Dem Besitzer des Baan Ton Mai gehört auch die Sabai Ba Bar am Koh Kwang Beach, wo wir auch einige Male ausgezeichnet gegessen haben.

3. Ao Thalane

Einen weiteren Tagesausflug unternehmen wir mit Nam und Noom nach Ao Thalane. Vom Koh Kwang Beach liegt Thalane in Sichtweite und Luftlinie nur etwa 8 km entfernt. Der Weg dorthin ist allerdings trotzdem etwa 30 Kilometer weit, da man den großen Nai Sa Fjord umfahren muss.


Ao Thalene selbst ist sehr verschlafen und es gibt hier ein paar wenige weit verstreute Resorts und Villenanlagen. Wir kehren ein im Khaothong Terrace Resort und Restaurant und genießen hier mit Nam, Noom und Singhto ein unfassbar gutes Mittagessen, bestehend aus einer Tom Yam und einigen Fisch- und Seafoodgerichten. Unter anderem essen wir Tintenfisch mit einer leckeren Soße aus der Tinte, die uns die Lippen schwarz färbt.

Am Ao Thalane Pier kann man unter anderem nach Koh Yao Noi übersetzen oder auch Kajakfahrten in den Mangrovenwald und den Fjord starten. In Ao Thalane gibt es keine geeigneten Badestrände, da fast überall Mangroven wachsen und der Boden sehr matschig ist. Landschaftlich ist die Gegend aber wunderschön mit den vorgelagerten Inseln und den üppig grün bewachsenen Karstbergen und -schluchten. Hier kann man auch einfach wunderbar mit dem Roller die Gegend erkunden und sich an der prächtigen Natur ergötzen.

4. Wat Bang Thon – der prachtvolle Tempel des Rama X.

Etwa 75 Kilometer nördlich von Krabi hat sich der neue König Rama X. beziehungsweise Maha Vajiralongkorn einen Tempel erbauen lassen, der noch nicht vollständig fertig gestellt ist. Schon aus großer Entfernung vom Highway aus kann man die riesige goldene Pagode des Wat Bang Thong erkennen.

Das gesamte Tempelgelände wirkt sehr edel und neu, was es ja auch ist. Laut unserem Freund Noom begann der Bau vor ca. 10 Jahren. Unzählige Buddha-Statuen und Malereien zieren die vielen Gebäude. Will man die vielen kleinen Details und Kunstwerke alle entdecken, braucht man sicher Monate.

Dadurch dass der Wat vergleichsweise weit weg ist von den nächsten Epizentren, ist hier auch ziemlich wenig los. Touristen sehen wir bei unserem Besuch gar nicht, nur ein paar Thais sind hier. Als Nicht-Thai zahlt man 50 Baht Eintritt, Thais kommen umsonst rein.

5. Die schönsten Strände um Klong Muang

Sozusagen direkt vor der Haustüre des Isle Beach Resorts liegt der Koh Kwang Beach. Wir müssen nur die Straße überqueren und sind schon mit den Füßen im Sand. Einige große Bäume bieten ausreichend Schatten, so dass Henri wunderbar im Sand buddeln und Muscheln suchen kann, ohne Gefahr zu laufen, sich einen Sonnenbrand zu holen. Da er so nah gelegen ist, eignet sich der Strand für uns, um auch nur mal eben ins Meer zu springen um sich kurz abzukühlen. Bei Ebbe kann man hier wegen der scharfkantigen Felsen unter Wasser allerdings nicht baden.

Ein weiterer wunderschöner Strand ist der Tubkaek Beach, der etwa fünf Kilometer nördlich von Khlong Muang liegt und sehr gut mit dem Roller zu erreichen ist. Tubkaek Beach ist sowohl bei Ebbe als auch bei Flut ein wahrer Traumstrand. Auch hier gibt es viele große Bäume, deren Äste bis zum Wasser ragen, so dass man auch im Wasser nahe des Ufers noch Schatten finden kann. Das Wasser geht flach rein, so dass man mehrere hundert Meter weit ins warme Meer laufen kann. Bei Ebbe zieht sich das Wasser weit zurück und riesige Sandbänke kommen zum Vorschein. Mit Blick auf die unzähligen kleinen Inselchen des Koh Hong Archipels fühlt man sich hier wie mitten in einer Fototapete.

Der Klong Muang Beach ist ebenfalls sehr schön, hat allerdings kaum Schatten. Dafür gibt es hier das wunderschöne The Boat Café, das thailandtypisch mit sehr vielen Elementen aus Bambus, Treibholz und unzähligen Tropenpflanzen und Blüten ausgeschmückt ist. Viele kleine gemütliche Sitzecken, Liegen und Schaukeln machen den Aufenthalt perfekt.

Der Strand Hat Noppharat Thara liegt unmittelbar neben Ao Nang, allerdings ist dieser nicht touristisch. Hier findet man nur wenige Badegäste und wenn dann meistens Thais. Bei Ebbe geht das Wasser hier weit zurück und man kann zu den kleinen Inselchen Koh Khao Sam Nuai und Koh Liao hinüberlaufen. Schatten findet man hier etwa 50 Meter vom Wasser entfernt in einem kleinen Hain. Aufgrund des flachen ruhigen Wassers ist der Strand sehr gut für Kinder geeignet.

 

6. Ein Zufluchtsort für Elefanten

Glücklicherweise hat sich bei den meisten Touristen inzwischen rumgesprochen, dass Elefantenreiten nicht wirklich die respektvollste und tierfreundlichste Art ist, mit den sanften Riesen auf Tuchfühlung zu gehen, weswegen dieses Geschäft auch in den letzten Jahren stark eingebrochen ist.

Da die Thais Meister im Improvisieren und Finden neuer Geschäftsmöglichkeiten sind, haben sich in den letzten Jahren einige dieser Reitställe zu Elefantenpflegeheimen umgewandelt. Statt reiten kann man sich hier um die Tierpflege kümmern. Die Camps heißen heute Sanctuary-, Rescue- oder Care-Center und man kann hier mit den Elefanten baden, spielen, sie füttern oder waschen. Das ist wohl auch nicht die artgerechteste Weise zu leben, aber es ist auf jeden Fall besser, als nur als Reittier zu funktionieren und überwiegend an Ketten zu liegen.

Man kann die Tiere ja auch nicht einfach „entsorgen“, wenn das Reitgeschäft ausbleibt. Laut unserem Freund Noom kostet ein Elefant zwischen 1 Million und 5 Millionen Baht, was nach heutigem Kurs ungefähr 30.000 bis 150.000 Euro entspricht. Ein ausgewachsener Elefant braucht etwa 200 Kilogramm vegetarische Nahrung am Tag. So ein Elefant ist in Anschaffung und Unterhalt schon eher ein teures Hobby. Meist wird das Geld dafür gespendet oder gesponsert.

Ein kleiner Park mit drei Elefantendamen im Alter von 12, 20 und 40 Jahren ist der The Scene – Elephant Care. Hier kann man für 300 Baht (ca. 10 Euro) einen Korb Zuckerrohr kaufen und die drei Damen damit füttern. Dabei darf man sie auch mal streicheln und ein paar Fotos machen, aber mehr „Entertainment“ gibt es hier nicht. Das finden wir gut so.

7. Anstrengende Bergwanderung im Nationalpark

Ein weiteres Highlight für mich ist die Wanderung zum Viewpoint des Khao Ngon Nak Nationalparks. Ich stehe um 7 Uhr auf, nehme ein schnelles Frühstück und schwinge mich auf den Roller Richtung Tubkaek Beach. Der Eingang zum Nationalpark befindet sich unmittelbar dahinter am Ende der Straße. Ich habe den Gregory Maya 16 Rucksack dabei, darin eine 1,5 Liter Flasche Wasser und mein Smartphone, um die Route aufzuzeichnen und um Fotos zu machen.

Vor dem Einstieg auf den Wanderweg befindet sich eine Hütte mit einem Ranger. Hier kann man sich einen Infoflyer des Parks mitnehmen, und man trägt sich in eine Liste ein, aus der man sich nach der Rückkehr wieder austrägt, damit die Ranger am Ende des Tages sicher sind, dass alle Wanderer den Park wieder gesund verlassen haben. In einer weiteren Hütte kann man sich noch mit Snacks und Getränken versorgen. Ich empfehle, unbedingt genug Wasser mitzunehmen. Hin und zurück sind es knapp 8 Kilometer, die es in sich haben. Ebenso wichtig ist festes Schuhwerk, denn es geht im wahrsten Sinne des Wortes über Stock und über Stein.

Der Weg führt mitten durch den Dschungel, wodurch man zumindest vormittags fast die ganze Zeit im Schatten läuft. Teilweise sind Seile gespannt, an denen man sich entlang hangeln kann, wenn es steil hoch über Felsen und riesige Wurzeln geht. Der Aufstieg ist so anstrengend, dass ich bei meinem Aufstieg mehrmals überlege, mein Vorhaben abzubrechen. Aber ich ziehe es mit 3-4 kurzen Pausen dann doch durch. Wer nicht mehr gut zu Fuß ist oder sonstige konditionelle Probleme hat, sollte von dem Aufstieg auf jeden Fall absehen.

Der Weg durch den Dschungel ist nicht nur von der Wegbeschaffenheit her sehr abwechslungsreich. Die diversen Pflanzen und Bäume mit den vielen Lianen lassen Tarzanfeeling aufkommen. Nach etwa einem Drittel des Weges erreicht man einen ersten Aussichtspunkt mit Blick nach Westen über den Dschungel, die Küste und die vorgelagerten Inseln. Nach etwa zwei Dritteln erreicht man einen zweiten Aussichtspunkt, an dem meist ein strammer Wind bläst. Hier blickt man Richtung Norden über die Küste und das Land. Der dritte Viewpoint befindet sich dann in etwa 440 Metern Höhe. Auch hier schaut man Richtung Norden über die Küste und aufs Land mit den bizarren Bergformationen.

Ich brauche für den Aufstieg etwa 1,5 Stunden und nochmal eine Stunde für den Abstieg. Ich muss aber dazu sagen, dass ich ziemlich zügig unterwegs bin. Wenn man sich gerne etwas körperlich betätigen möchte, kann ich diese Wanderung sehr empfehlen. Danach hat man den Sportpflichtanteil für diesen Tag auf jeden Fall abgeleistet.

8. Tiger Cave Tempel: 1260 Stufen bis zum Himmel

Der berühmte Tiger Cave Tempel in Krabi Town wurde im Jahre 1975 vom Mönch Jumnean Seela Settho gegründet, um dort Dharma zu praktizieren. Der Bau der einzelnen Gebäude wird durch Spenden finanziert. Die Anlage ist bekannt für die Tigerpfotenabdrücke in der Höhle und seine steile Treppe, die auf den Gipfel des Berges führt, wo ein großer goldener Buddha und eine goldene Chedi steht.

Die Legende sagt, dass einst ein Tiger in der Höhle Zuflucht fand, um dort im morgendlichen Sonnenlicht zu schlafen. Die Menschen, die sich in den umliegenden Dschungel begaben, um dort Früchte zu sammeln oder zu jagen, vernahmen stets ein lautes Tigergebrüll und begannen die Höhle „Tiger Cave“ zu nennen. Nachdem Jumnean Sella Settho dort den Tempel Wat Tham Suea errichten ließ, verschwand der Tiger in die Berge von Khao Phanom Bencha, und seitdem wurde sein Gebrüll nie mehr gehört.

Am Fuße des Berges steht ein Schild, auf dem steht, dass 1237 Treppenstufen bis zum Gipfel zu erklimmen sind. Tatsächlich sind es heute 1260 Stufen, da eine extrem steile Treppensektion neu gebaut und damit „entschärft“ wurde. Die alte Sektion ist noch vorhanden aber gesperrt. Früh morgens mache ich mich erwartungsvoll mit Dannis Schwester Ela auf zum Wat Tham Suea, um die Höhle zu sehen und natürlich um auf den Gipfel zu steigen. Unser thailändischer Freund Noom chauffiert uns vom Resort zum Tempel. Er bevorzugt es aber, unten auf uns zu warten.

Wir packen uns beide noch eine große Flasche Wasser ein und dann machen wir uns ans Treppensteigen. Nach ca. 180 Stufen empfängt uns erstmal eine Makakenherde von etwa 30 Tieren, um unsere Rucksäcke zu inspizieren und eventuell vorhandenen Wegezoll einzubehalten. Gleich drei der Primaten springen mir auf die Schulter und untersuchen die Fächer meines Rucksacks. Da ich wusste, dass dies passieren wird, habe ich außer der Wasserflasche nichts im Rucksack verstaut. Sonnenbrille und Smartphone sind tief in der Hosentasche versteckt. Nachdem die Affen festgestellt haben, dass es bei mir nichts zu holen gibt, lassen sie von mir ab und kontrollieren die nachfolgenden Bergsteiger.

Weiter geht´s. Nach ca. 500 Stufen legen wir eine etwas längere Pause ein. Die Treppen sind teilweise sehr eng und steil und die Stufen bis zu 40-50cm hoch, was den Aufstieg sehr anstrengend macht. Man sollte unbedingt trittsicher und schwindelfrei sein und auf jeden Fall festes Schuhwerk tragen. Meine Alters-Akrophobie macht das Unternehmen nicht wirklich einfacher. Dazu steigt die Sonne immer höher und es wird zunehmend heiß. Das erste Drittel meiner Wasserflasche ist bereits getrunken und mein T-Shirt ist nassgeschwitzt. Ab jetzt machen wir ca. alle 100 Stufen ein paar Minuten Verschnaufpause.

Nach etwa 45 Minuten, 1260 Stufen und 309 Meter Höhenunterschied erreichen wir endlich völlig erschöpft den Gipfel. Die atemberaubende 360 Grad Aussicht auf die Berge, das Meer und die Talebene lassen die Anstrengung schnell vergessen. Wahnsinn! Das müssen wir erstmal lange bestaunen und auf uns wirken lassen. Einfach auf den Boden setzen und in die Ferne schauen. Die Weite und die Höhe kriegt man mit einem Foto gar nicht wirklich eingefangen. Wir versuchen es trotzdem, obwohl die Bilder am allerbesten im Kopf gespeichert bleiben.

Der Abstieg geht zwar deutlich schneller, hat es aber ebenso in sich, denn man schaut die ganze Zeit nach unten. Ein falscher Tritt und man stürzt tief. Zudem merken wir jetzt auch deutlich, wie unsere Kräfte schwinden und die Knie weich werden und zu zittern beginnen. Die Makaken interessieren sich jetzt nicht mehr für uns. Wahrscheinlich wissen sie, dass die Absteiger schon beim Aufstieg von ihnen durchsucht wurden. Noch zwei Tage später habe ich dollen Muskelkater in den Waden, aber das Erlebnis und die sagenhafte Aussicht waren es definitiv wert.

9. Tagesausflug zu den Paradiesinseln

Ich habe lange überlegt, ob ich diese Inseltour machen soll, denn das Koh Hong Archipel zählt zu den Hauptattraktionen in Krabi. Ich möchte nicht in einer Horde von Selfi-schießenden Touristen über die Inseln stapfen und den Sand vor Menschen nicht sehen können. Noom gibt mir den Tipp, ein Privatboot zu mieten und schon ganz früh am Morgen loszufahren, bevor die ganzen Touristenboote kommen.

Gesagt getan. Um 7 Uhr steige ich mit Ela und drei weiteren Berliner Urlaubsbekanntschaften in ein Longtailboot Richtung Koh Hong. Wir sind tatsächlich die ersten auf der Insel und können den traumhaften Strand ganz alleine genießen. Leider ist es an dem Tag sehr wellig, so dass man nicht gut schnorcheln kann, denn das Meer ist sehr aufgewühlt und die Sichtweite nicht besonders gut. Nach und nach trudeln immer mehr Boote ein und es wird langsam voll auf der kleinen Insel, so dass wir unsere Tour zum nächsten Eiland weiter fortsetzen.

Wir drehen eine kurze Runde durch die Lagune von Koh Hong und fahren dann weiter nach Koh Laolading. Mittleweile ist es schon 11 Uhr und Laolading ist knackig voll. Der recht kleine Strand ist voller Menschen und wir bleiben hier nur für einen kurzen Snack und fahren dann weiter nach Koh Pak Bia. Als wir dort eintreffen ist es noch recht lebhaft auf der Insel, aber nach etwa einer Stunde sind fast alle Tagestouristen wieder weitergefahren, und wir haben die ganze Insel für uns alleine. Bei Ebbe kommen hier pilzartige Felsen zum Vorschein und man kann hinüberlaufen nach Koh Aleil. Ein wunderschönes Fleckchen für einen Mittagsschlaf im Schatten unmittelbar neben den Schlangenspuren im Sand.

Mein Tipp: Wenn man diese Tour machen möchte, empfehle ich auf jeden Fall, sich ein privates Longtailboot mit ein paar Personen zu mieten, statt mit den großen Ausflugsbooten zu fahren. Dann kann man auch spontane Abstecher machen und vor allem selbst entscheiden, wie lange man wo bleiben möchte. Der Eintritt in den Koh Hong Marine Nationalpark kostet pro Person 400 Baht (ca. 10 Euro)

10. Krabi Town Walking Street

Freitags, samstags und sonntags findet in Krabi Town die Walking Street statt. Es gibt wie üblich Unmengen an Essensständen, Kleidung, Kunsthandwerk und kleine Aufführungen auf der Bühne in der Mitte des Marktes. Dort auf dem Platz findet man auch viele Tische, an die man sich setzen kann, um gemütlich sein Streetfood zu genießen.

Die Walking Street geht an allen drei Tagen von 17 – 22 Uhr. Ein Taxi nach Khlong Muang kostet 600 Baht (ca. 15 Euro).

Mein Fazit

Die meisten Reisenden kennen von der Region Krabi nicht viel mehr als den Flughafen Krabi, die Hauptstadt Krabi Town und die Touristenhochburg Ao Nang. Krabi dient meistens lediglich als Transferort und Ausgangspunkt für ein Inselhopping in der Andamanensee, obwohl es auf dem Festland so viel zu entdecken gibt – und das vor allem abseits der großen Touristenströme.

Thailand hat es Nick Reiter besonders angetan. Bereits sechsmal in Folge bereiste er dieses Land in den letzten 7 Jahren. Auf der Suche nach besonderen Abenteuern kommt er auf seinen Reisen schnell mit Einheimischen in Kontakt und mag es Kultur und Kulinarik abseits vom Touristenstrom zu erleben. Neben Landlinien gilt Nicks zweite Leidenschaft dem Kochen, am Liebsten asiatisch.

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